Thomas Kreuter

Das Orgelspiel

 

Tief im Walde steht das Holz,
stattlich schön und voller Stolz,
der Buche groß und mächtig Stamm,
darinnen tief im innern eingewachsen,
ein schöner hoheitsvoller Klang.

Einst gewachsen aus dem Samen,
der zur Erde nieder viel,
den Sinne nicht erahnend,
was des Lebens Zweck und Ziel,
gediehen aus dem Schutz der Erdenhülle,
die ihm bot die Gastlichkeit,
zu wachsen in vollendet Fülle,
wie geschaffen für die Ewigkeit.

Der Holzknecht muss viel schwitzen,
zu fällen jenen stolzen Baum,
der einst getrotzt dem Winde,
der Zeit und auch dem Raum.

Des Schweißes heiße Perlen,
triefend rinnend von des Menschen Stirn,
kündend von der schweren Arbeit Qualen,
die marternd, das Gehirn.

Doch ist der Geist wohl willig,
wenn auch das Fleische schwach,
so geht die Arbeit doch von hinnen,
mit des Geistes großer Schaffenskraft,
denn nur dieser kann den Menschen einen,
damit des Köpers Stärke sie vollbracht.

So sei das Streben beider,
des Erden Menschen wirklich Zier,
den Körper und den Geist zu einen,
zu schöpfen Kraft aus ihr.

Viel Arbeit ist´s,
bis das der Stamm gefällt,
des Baumes Krone auf den Boden fällt,
danach die Blätter noch zu rauben,
ihm die Äste auch zu klauben,
den mächtig Stamm nun wohl bereiten,
mit des Beiles scharfen Schneiden,
des Stammes Holz in Form zu bringen,
der Natur die Frucht nun abzuringen.

So wird der erste Schritt vollzogen,
mit dem Segen, dessen wohl von oben,
denn ohne Hilfe mit der göttlich Macht,
der Mensch die Arbeit nimmer hät´ geschafft.

Denn nur der Herr im Firmament,
ist jener, der ja alles lenkt,
vom Leben bis zum Tode hin,
alleine er, erkennt denn großen Sinn.

Transportiert wohl aus dem Walde,
zu lagern auf dem Trockenplatz,
damit das Holz gestapelt auf der Halde,
gewinne mehr an Klanges Kraft,
denn des Spieles große Fülle,
ist des Geistes der dort wacht,
den Menschen zu beglücken,
und zu bekunden, Gottes Macht.

In der Tiefe nun der Bergmann grabe,
nach des roten Kupfers,
und des Zinnes klarem Schein,
nicht zum Ziele des Gewinnes,
zum Ruhme Gottes,
und der Menschheit ganz allein.


Wissend seines täglich Loses,
zu essen des gebacknen Brotes,
im Schweiße seines Angesichts,
so wie der Herr es uns verspricht.

Gefahrvoll ist die Arbeit,
die der Bergmann muss nun tun,
zu schaffen das Gedinge,
der Arbeit wie im Fron,
einzufahren in den Berge,
täglich neu der Arbeit Müh,
fördernd Kupfer und das Zinn zu Tage,
klagend der geschundnen Knie.

Durch die Enge des Gesteines,
in der Erde, gräbt er Stollen tief,
trotz der Schmerzen des Gebeines,
stolz auf das, was dort geschieht.

Geschmolzen muss nun werden,
des Erzes hartes Urgestein,
welches brach der Bergmann aus der Tiefe,
damit es werde keusch und rein.

Gebracht dann in die Schmelze,
gemischt mit Nickel zu dem Brei,
der danach silbern glänze,
um den Ton zu fügen bei.

In des Feuers heilig Schlunde,
hineingeschaufelt nun die körnig Speis,
der Funkenflug er zieht die Runde,
damit´s Gemisch nun koche heiß,
verflüssigt sich die feurig Masse,
zum Gusse dann sie wohl bereit,
geläutert aus der Hitze Masse,
so gieße man bei Zeit.

Kippt den Bottich,
langsam in die Formen,
die nun stehen und bereit,
damit die ungestüme Suppe
aus dem Bottich sich befreit,
feurig laufend in den Bahnen,
Funken stiebend findet sie den Weg,
in der Formen große Münder,
sich die glühend Masse wohl bewegt.

Daraus wird nun mit Meisters Hilfe,
der Pfeifen für des Orgelspieles Kunst gemacht,
geläutert in des Feuers Rachen,
verflüssigt sie sich dort mit Macht,
gegossen in die Irden Formen,
hinein zur rechten Zeit,
welche schleppt der Meister und Geselle,
zum Gusse der bereit.

So nimmt die Arbeit beider,
Gestalt an mit dem Ziel,
vereint sich dann als Wegbereiter,
zum neuen musischen Gefühl.

Frisch auf nun Meister und Gesellen,
der alten Orgelbauerzunft,
gebet nun das Beste,
mit der hohen Handwerkskunst,
damit gepriesen und geehrt,
was der Mensch geschaffen,
mit des Herren Hilfe ihm gewährt.

Schafft herbei die edlen Arbeitsfrüchte,
geboren aus dem Walde hier,
dazu des Berges schwere Früchte,
geeint in Kunst und Zier,
geläutert durch die heilig´ Flamme,
gegossen in den Irden Trog hinein,
sich einend das Gefüge,
bereit den Klang zu pressen ein.

Schneidet zu, des Holzes Stücke,
konvenabel müssen diese sein,
damit beim Bau der Meisterstücke,
sich passe alles trefflich ein.

Kein Makel darf das große Werk besitzen,
damit gestört die ganze Zier,
exakt muss man dies all vermessen,
damit kein Fehler steckt in ihr.

Nur des Fleißes segensreiche Hände,
schaffen tugendreiches Werk,
der faulen Menschen, man gedenke,
sie bringen jenem nur Verderb.

So last den Herrn uns loben,
mit Fleiß und unsrer Hände Kraft,
zu ehren wohl des goldnen Handwerks Boden,
mit der ganzen Schöpfungskraft.

Geschwind herbei den Topf mit Leime,
das Holz nun fein und zart gesägt,
damit der Zungenpfeifen Reine,
das Herz der Menschen wohl bewegt.

Zu schleifen ist der Teile viel,
daraus zu machen dieses Orgelspiel,
dem Mensch zu zeigen welch´ Geschick,
der Herr ihm gab zur Wiege mit.

Zu bauen, noch fürs Spiele,
dem ganzen gebend einen Sinn,
des Herzens Stück damit es lebe,
uns schenkend den Gewinn.

Gesetzt die glatten hölzern Bretter,
zapft ein zum Spielschrank jetzt,
gebaut nun noch die Manuale,
beides aneinander füget fest,
dazu wohl nicht vergessen,
der Pedalen große Zahl,
die Registerzüge, Wippen,
und der Koppeln nach
Bedarf und Wahl.

Das Gebläse angeschlossen,
den Schwelltritt eingebaut,
den Rollschweller,
wohl noch auch geschaut,
die Traktur noch eingebracht,
zu verbinden mit der Pfeifen Macht.

Die Silberpfeifen jetzt gesetzt,
des Holzes Pfeifen auch vernetzt,
das Schnarrwerk noch geschaffen,
die Züge noch zu machen.

Der Putte Köpfe Engel gleich,
der Verzierung angereicht,
die Säulen noch recht schön geziert,
damit das ganze nicht geniert.

Schnitzereien guter Letzt,
werden auch noch vorgesetzt,
damit das Auge und das Hirn,
erkenne tief im Innern, unsern Herrn.

So endet wohl die Handwerkskunst,
löblich mit des Meisters Gunst,
geschaffen für das hohe Ziel,
für das neue große Orgelspiel.

Geschaffen wohl mit Herz und Hand,
des Menschen Wille und Verstand,
dem freien Willen,
der ihm ward gegeben,
jedoch von oben kam der Segen.

So kommt der Tag,
der kommen muss
die Weihe mit Kanonikus,
mit mächtig Stimme,
setzt die Orgel ein,
zum Ruhme Gottes,
und des Himmels ganz allein.

© Thomas Kreuter

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 03.04.2010. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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