Paul Rudolf Uhl

Hexenverbrennung

 

 

 Zwischen 1589 und 1596 wurden im Werdenfelser Land  (Garmisch-Partenkirchen und Umgebung) 50 Frauen und 1 Mann  zum Tod durch  Erwürgen und anschließender Verbrennung auf dem Scheiterhaufen verurteilt! Das ganze wurde festlich begangen, mit Gelagen, Wein und Bier in Unmengen und kostete Unsummen!

 

 

 

Hexenverbrennung im Werdenfels

 

Ned grod im Werdnfejs  is gwesn,

do ham d`Leit glaubt, dass Hexn geit,*

und dass a jede oft mit`m  Besn

zum Blocksberg reit´ - `s mi´m Teifi treibt…

 

Um fuchzehnhundertneinadachtzg

da Fürst vo Freising jednfoiss,

der hat den Kaspar Poissl gmacht

zum Pfleger über Werdnfejs.

 

Für d`Werdnfejser hat des ghoassn,

dass`s ausgsaugt wor(d)n  san bis auf`s Bluat:

Eahm Troad² und Lampe³ und aa Goaßn

ham liefern müassn – goar ned guat!

 

Da Schmied vo Garmisch – Andal Jocher –

hat mit sei`m Eheweib, da Zenz,

vier Buam ghabt und a  saub`re Tochta,

de Bachschmied-Jocher** Emerenz…

 

Mit seina Tochta war da Jocher

auf Werdenfejs und bringt sei  Sach…

Dem Poissl gfoitt auf oimoi  d`Tochta…

De woitt  er ham! – Drum gibt`s  an Krach:

 

Des Dirndl hängt eahm a frech`s  Mäu  o,

ihr Vadda putzt den Poissl zamm!

Und do damit fangt`s  Unglück glei o:

Weil olle Leit des ghört aa ham!

 

Da Abt vo Ettal, der war aa grod

ois Gast beim Pfleger – und de zwoa

ham gmoant: Um`s Dirndl is zwar recht schod,

doch – so wos sogn? – Derf ma ned doa!

 

           Den Schmied hams  gfanga, ham eahm klar gmacht:

Wann`s Dirndl ned den Pfleger liabt,

sich ned entschuidigt, weil`s  n ausglacht,

dass`s  dann am Scheitahaufn stirbt!

 

Dann is`s so kemma, wia`s  hat müaßn:

As Dirndl: eig´sperrt,  gfoltert  aa -

hat g`standn, dass se hext – soi`s büaßn…

Vabrennt is`s wor(d)n  - des muaß so sa…   (sein)

 

In Werdnfejs war`s domois hoit so,

in ganz Europa war`s  des gleich´:

Inquisition hat`s ghoaßn – woaßt scho –

Müaßt eingli hoaßn: Schurknstreich!

 

                                                                                                                             P.U.  13.04.09

 

                                                          

 

*       geit: mdtl. für gibt

²        Getreide

³        Lämmchen

**    der  Hausname

  Anmerkung: der Fürst von Freising war natürlich zu dieser Zeit der Fürstbischof, also weltlicher und kirchlicher Herrscher zugleich.

 Der Klerus tat schon damals, was er nur wollte und scheute vor nichts zurück. Was sind da schon ein paar Missbrauchsfälle vor 30 -50 Jahren oder Prügel in Klosterschulen? - Peanuts!

 

 

 

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