Heinz Säring

Lenin und Stalin 1922

 
Lenin und Stalin 1922
auf einer Bank im Park

 

Der Stalin fragt Lenin, der antwortbereit:
"Wie ist die Gesundheit bei dir letzte Zeit?"

"Zur Führung, bald muss sich ein andrer bewerben,
die Ärzte, die sagen, ich werde bald sterben."

"Genosse, das tut mir sehr leid jetzt für dich, -
die Führung, die gibst du doch sicher an mich?!"

"Genosse", sprach Lenin erregt, unbeirrt:
"Ich glaub nicht, dass unser Volk folgen dir wird."

Sprach Stalin: "Sei stille und glaube es mir,
wer mir nicht will folgen, folgt kurzerhand dir!"

 

 

Dieses Gespräch ist zwar fiktiv, aber die Aussage ist zutreffend. Lenin wollte den Stalin keinesfalls als Nachfolger. Stalin hat wohl sogar ein entsprechendes Schriftstück gefälscht.
Diese Drohung in der letzten Zeile hat der skrupellose, machtgierige und äußerst misstrauische Stalin in erschreckendem Ausmaße wahrgemacht: U.a. hat er tausende seiner eigenen Genossen in den Tod geschickt.
Heinz Säring, Anmerkung zum Gedicht

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 19.04.2010. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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