Uwe Walter
Die alte Wassermühle
Einsam liegt im Wald verborgen,
eine alte Wassermühle.
Heute gibt es Grund zum Sorgen,
Ängste, die ich greifbar fühle.
Hausherr ist zur Schicht gefahren.
Nur der alte Bernadiener,
soll die Maiers gut bewachen,...
doch der schreckt nicht mal die Hühner.
Blitze zucken – Regen schauert.
Dennoch spürt die Frau mit Kindern,
irgendwas im Dunkeln lauert,
wissend, sie kann’s nicht verhindern.
Wachhund, der zerrt an der Kette.
Schritte in der engsten Nähe.
Kinder zittern schon im Bette.
Schatten – flüchtig, die ich sehe!
In der Zeitung stand’ s geschrieben,
ausgerückt wär’ ein Ganove.
Hat’s ihn hier zum Bach getrieben,
ist sein Ziel wohl dieser Hofe?
Plötzlich ist verstummt das Bellen.
Rüttelt jemand an der Pforte?
Telefon will nicht mehr schellen,
Frau die schickt zu Gott die Worte:
„Himmel! Herr, so hab Erbarmen!
Schütze gnädig uns – die Armen.“
Zitternd greift sie dann zum Messer,
denn sich wehren - das wär’ besser.
Fast getroffen, wie vom Blitze,
nass bis auf die blanken Knochen
und ich mach hier keine Witze,
steht ihr Mann – der liebe Jochen.
Um den Hals fällt sich das Pärchen.
Ohne Schirm – er hat gewendet!
Sie bekommt ein graues Härchen,
glücklich, weil’s so harmlos endet.
© U.W. 26. April 2010
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 26.04.2010.
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