Karl-Heinz Fricke

Hunger

In jenen fernen Weltkriegstagen
knurrte uns schmerzhaft oft der Magen.
Alle Lebensmittel waren knapp,
niemand gab dem Nachbarn etwas ab.
In jener bösen Hungersgefahr,
aber auch nichts abzugeben war.

Hungrig legte man sich nachts zur Ruh',
es quälte der Hunger immerzu.
Erwachte man am frühen Morgen,
waren sie da, dieselben Sorgen.
Fast regelmäßig fiel's Frühstück aus,
denn nicht eine Krume war im Haus.

Ins Land kamen fremde Mächte dann,
da fing das Hungern erst richtig an.
Von Mais und Sägemehl war das Brot,
tausende starben den Hungertod.
Oh, wie die Fremden triumphierten,
die so siegreichen Alliierten.

Sie kürzten stets die Rationen,
man gönnte uns nur blaue Bohnen.
Es war zu seh'n in ihren Augen,
dass wir, die Verlierer, nichts taugen.
Henry Morgenthau mit seinem Plan,
hatte viel Übel uns angetan.

Wie vorauszusehen war sie da.
aus Europas Osten die Gefahr.
In Blitzesschnelle hat man erkannt,
wie man dieselbe am besten bannt.
Die Nazis waren schnell vergessen,
der Michel durfte wieder essen.

Und als der 'Eiserne Vorhang' fiel,
da machte man ihn wieder mobil.
Vergessen die schlimme Hungersnot,
genug gab es wieder Fleisch und Brot.
Doch nur die Westdeutschen waren frei,
im Osten begann die Tyrannei.

Den Hunger wird es ewig geben
in vieler Menschen täglich Leben.
Schaut man hinein in die 'Dritte Welt'.
dann sieht man wie der Hunger quält.
Kinderaugen schau'n verloren,
zum frühen Tode auserkoren.

Karl-Heinz Fricke  27.5.2010 

 

  

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