Heidi Schmitt-Lermann

Möhrchen

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      

 Mitten im Winter

schlich's zu uns hinter.

Das kleine Getier

kam in's Waldrevier

mit spitzen Öhrchen

unser Möhrchen.

 

Reißt alles in Fetzen

zu unserm Entsetzen.

Es klettert und rennt

mit Temperament,

die Katzengöre

unsere Möhre.

 

Die Vögel flattern,

die Enten schnattern,

weil durch den Mauerritz

saust ein Kugelblitz.

Es ist, ich schwöre

unsere Möhre.

 

Es klettert auf Bäume,

der Vögel Alpträume.

Malefitzt so herum,

die Kuh schaut dumm.

Denn hoch auf der Föhre

sitzt unsere Möhre.

 

Die Wege beschleichen,

gespickt mit Leichen

von Mäuslein, den armen.

Sie kennt kein Erbarmen.

Dass das Flehen erhöhre,

doch nicht uns're Möhre.

 

Doch der Bauer sich freut,

ihn hat's nicht gereut.

"A Mauskatz", rief er,

befreit von Geziefer.

Dass sie ihn betöre,

schafft nur uns're Möhre.

 

Dann frisst sie sich fett

und schleppt sich in's Bett.

Gähnt demonstrativ,

bis die Ohren ganz schief.

Die rechte Bettschwere

hat jetzt uns're Möhre.

 

Verschlafen die Kleine

schmiegt sich um die Beine.

Reibt warm ihr Köpfchen

an mich, das Geschöpfchen.

Schnurrt mir in's Öhrchen,

doch geliebtes Möhrchen.

 

Möhrchen war eine dreifarbige, absolut wilde, uns zugelaufene Katze. Sie war eine Wahnsinnsjägerin und das mir, die um jedes tote Tier trauert und jedes retten will. Diese wilde Hummel hat wirklich nichts ausgelassen, ein wirkliches Raubtier. Eigentlich wäre mir ein solches Tier nicht so schrecklich sympatisch gewesen, aber sie konnte sich so derart einschmeicheln, dass man ihr dann doch nicht wiederstehen konnte und wir sie liebten. Leider ist sie mit nur 4 Jahren an Leukämie gesstorben.Heidi Schmitt-Lermann, Anmerkung zum Gedicht

Vorheriger TitelNächster Titel
 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Heidi Schmitt-Lermann).
Der Beitrag wurde von Heidi Schmitt-Lermann auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 01.06.2010. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

Die Autorin:

Bild von Heidi Schmitt-Lermann

  Heidi Schmitt-Lermann als Lieblingsautorin markieren

Bücher unserer Autoren:

cover

Dickdorf von Elvira Grünert



Das Buch enthält sieben teils besinnliche, teils lustige Geschichten, über die Tücken der Technik, über die Arbeit auf einem Fluss-Schiff, übers Gedankenlesen und die deutsche Ordnung.

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (7)

Alle Kommentare anzeigen

Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Tiere / Tiergedichte" (Gedichte)

Weitere Beiträge von Heidi Schmitt-Lermann

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

DRACHEN STEIGEN von Heidi Schmitt-Lermann (Erinnerungen)
Sylts schlaue Schafe von Nina Bade (Tiere / Tiergedichte)
Die Türschwelle von Heideli . (Verrücktheiten)

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen