die Nacht, ...sie gebiert mich wieder

Teil 1
geschrieben ca: 01.1995

( ich )

blutige Tränen, ...verlorener Glanz
stilles Klagen und schon längst vergangene Eleganz
meine Liebste vor dem Grabe
und auf dem Stein ein schwarzer Rabe

Stimme des Schweigens,
mit der sie gedenkt, ...all der Sünden
Liebesnächte vor dem Anfang, ...vor dem Ende eines Leiden´s,
doch heute nun, wie auch schon seit Tagen, starke Schmerzen meinen sicheren Tod verkünden

gebeugt vom Leid der Schmerzen,
der tiefe Schrei eines gebrochenen Herzen
doch weine nicht vor Einsamkeit,
...denn dies, dies ist ganz bestimmt noch nicht das Ende meiner Zeit

Teil 2
geschrieben ca: 01.1995

entreiße Dich des Totengesang´s,
und Du wirst sehen, die Nacht, ...sie gebiert mich wieder
jenseits der Realität und abseits des Verstand´s,
doch schon bald, ...wenn erst einmal Schluss ist mit dem Chor, alter Kirchenlieder

so werde ich erwachen aus dem Schlaf
im Licht des Mondes,
Vampire die ich traf

und schnell entsteige ich der Erde,
kein Mensch, kein Tier,
ein Untoter, der ich werde

Teil 3
geschrieben ca: 02.1995

( sie )

tausend Tränen sind nun Dein
denn nur so, mein Liebster, bist Du mein
doch wohin sind all unsere Träume und Gedanken?
-jetzt, in diesem Augenblick-
mein Lebensmut, ...er geriet ins wanken

und wo, mein Liebster,
...wohin ist all die Hoffnung, die wir in uns trugen, die mit uns lebte,
wie auch Deine Liebe, nach der ich Zeit meines Lebens strebte... ?

ja wo, mein Liebster,
wo bin ich jetzt?
denn mein Herz,
mein Herz, dass hast nur Du geschätzt

und wo, mein Liebster,
wo bist Du jetzt?
denn Dein Tod,
Dein Tod, der hat mich so verletzt

Teil 4
geschrieben ca: 02.1995

( ich )

ich kann sehen, ...nun sogar im blinden
meines Herzen´s Starre,
mit dem Leben wollt sie sich verbinden

doch was soll´s, es ist noch immer starr!

denn auch so bin ich entronnen,
-der Unbarmherzigkeit des Todes-
und darauf hier und jetzt,
ein Trinkspruch nun des Lobes:

erwacht beim zwölften Schlag der Glocke,
es sei der Duft des Blutes, der mich verlocke

...und da treibt es mich auch schon zum Weibe hin,
die mit mir teilte,
mein Leben und war mein Sinn...

denn bald, da steht sie wieder vor dem Steine,
jeden Tag einmal zu Abend,
doch wie gerne würde ich lecken, ...schon jetzt ihre schönen, langen Beine

erst das eine, dann gleich beide
erst ganz unten, dann ganz oben
um zu öffnen ihre Pforte,
damit ich sie kann nehmen
als Gespielin, einfach so, zum zähmen

Teil 5
geschrieben ca: 03.1995

( sie )

...oh, besser ist ich sehe weg, lieber jetzt, als irgendwann
ich wollt, ich könnt es glauben, doch was sei dann...?

...und was starren diese Augen,
die beginnen, meinen letzten Willen aufzusaugen...?
...war er nicht dem Tode geweiht?
doch totes Leben hat ihn wohl vom Schmerz befreit...

...wie nur, um alles in der Welt, könnt ich da wiederstehen,
glaubte ich doch nicht, ihn jemals wiederzusehen...

Teil 6
geschrieben ca: 03.1995

( ich )

...und meine Zunge, nun beim Spiele
allein ihr begehren, wird führen mich, zum Ziele
ihre Hingabe, vielleicht nicht ganz frei und unerzwungen
doch schon jetzt höre ich ein erstes Stöhnen, aus den Tiefen ihrer Lungen...

...ja, folgen wird sie meinem Willen,
die Ader geöffnet nun zum zwecke des stillen´s
und so lege ich meinen toten Körper, ein letztes mal über diese schöne Frau
damit befriedigt ist, der Durst noch vor dem Morgengrau...

Eine kleine Vampiergeschichte, vielleicht nicht ganz so originell, aber na ja... .
PS: aktuelle Lesungen, siehe www.jpsadesque.de
Bis dahin, viel Spaß noch!
Daniel!
Daniel Bossy, Anmerkung zum Gedicht

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