Ramona Kirchmaier
Meine Freundin
Schon ewig seit ich denken kann,
bot sie mir ihre Freundschaft an.
Doch schien sie langweilig und fremd,
drum sträubte ich mich vehement.
Jedoch war sie recht stur und schlau
und kannte mich bald sehr genau.
Besuchte mich an vielen Tagen,
war einfach da ohne zu fragen.
Oft hatt ich Angst und rannte weg
und suchte schnell mir ein Versteck.
Bei vielen Menschen mittendrin,
ich wusste hier will sie nicht hin.
Denn überall war sie verhasst,
sie hätte nicht dazugepasst.
Und nirgends ließ man sie herein,
so blieb sie abseits und allein.
Toll und gesellig war sie nicht,
im Trubel übte sie Verzicht.
Ich hoffte dann, ich treff sie nie,
wenn ich nur lang genug entflieh.
Lang ging es gut, doch mit den Jahren
hab ich viel mehr von ihr erfahren.
Auch wenn ich sie nicht immer sah,
heut weiß ich, sie war immer nah.
Nur sie allein hat mich gehört,
wenn ich verzweifelt und verstört,
geschrieen, geweint, gewütet hab,
so war es sie, die Trost mir gab
Nun habe ich sie akzeptiert
und unsere Freundschaft arrangiert.
Sie ist geduldig und kulant,
verständnisvoll und tolerant.
Sitz ich mit Menschen an den Tischen,
so sitzt sie heut auch hier dazwischen.
Nur selten bin ich ganz allein,
denn „Einsamkeit“ will bei mir sein.
@ Ramona K.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 29.06.2010.
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