Heino Suess

Bin ich noch der Selbe?


 

Meine  Frau spricht mit  mir nur noch knapp dreihebig.

Welchen Lebensfehler hab ich bloß begangen?

Wenn ich mit ihr schmuse, ist sie widerstrebig,

hält mich zwischen Zweifeln, Hoffnung gar, gefangen!

 

So muss ich mich fragen: „Bist du noch derselbe,

der, mit  dem sie damals,  dich zu lieben traute;

und bist du denn noch vom vollen Ei das Gelbe,

oder bist du´s,  den sie in die Pfanne haute?

 

Stehst  so an der Pfanne, siehst die Eier brutzeln,

weißt dich fehlerfrei, bisher,  in deinem Leben;

Möchst die Schicksalsgöttin gern am Busen zuzeln…

Da wird es dir klar: ´S ist deine Liebste, eben!

 

©  Heino  Suess 07/10

 

Dass es keine Missverständnisse gibt:
Habe das zwar selber geschrieben, aber nur in diesem Sinn ist das Gedicht autobiographisch...
Heino Suess, Anmerkung zum Gedicht

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