Wilma Eudenbach

Altersglück

Sitzt glücklich und fein
die Alte allein
in warmen Winterstunden

Die Zeiten vergehn
bleibt Leben bestehn
in Bilder besserer Runden

Die Stube gefüllt
mit Apfel umhüllt
lässt sie die Ruhe sich munden

Schon vor vielen Jahren
ist ihr Mann gefahren
aus des Himmels gold´nen Wogen
mit den Wolken fort gezogen

Hell die Asche, ganz im Stillen
legt die Urne sie ins Grab
Kopf gebeugt, doch fest der Willen
dass Ihr Mann doch warten mag

Doch das Alter rafft die Blicke
die sich schützend um sie wiegen
Fällt im Stolpern bis zum G´nicke
sieht man sie zu Boden liegen

Knochen brechen, Blut vergießen
regt die Alte kaum die Glieder
Gips am Schenkel, Beulen sprießen
sieht man sie im Bette wieder

Krankenhäuser sind der Achtung
längst zerflossen voller Pein
in den Stunden der Verachtung
Ärzte seien Macht allein

Nun liegt sie da
verwirrt im Geist-
was der Arzt verheißt!

Noch einmal heim!
Wer holt sie raus
bald ist es aus!

Geist was hast du mit der Alten
nur gemacht?
Kannst nicht mal den Tag verwalten,
hab bloß acht!

Und schon liegt sie im Desaster
nicht mal Zaster ist geblieben
denn man hat der dummen Alten
einen hergebracht-auch zum Verwalten!

So, nun musst du aber brav sein
wein nicht und schlaf ein!

Noch einmal heim!
Wer holt sie raus
bald ist es aus!

Altersheime sind des Lebens müde
und der Freude los
wer Familie lebt ist segens
Glück ist dem, der herzensgroß!

März 2003

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