Klaus Heinzl

Der eingebildete Kranke ...

Herr Meier jammert, weil was drückt.
„Mein Herz, ... es geht dem Ende zu,
der Schmerz, er macht mich ganz verrückt,
ich komme einfach nicht zur Ruh.
 
Ich sterbe sicher nächster Zeit...“
Der Arzt, sinnt nach, mit ernstem Blick.
Herr Meier tut ihm mächtig leid
denn Meier hat wohl einen Tick...
 
„Die Wahrheit kann ich schon vertragen“,
meint Meier nun zum Arzt mit Tränen.
- „Ihr Herz gesund, was soll ich sagen...
das muss ich hier schon mal erwähnen.
 
Das Herz, es läg zur andren Seite,
und schlägt, so, wie es schlagen soll...“
Herr Meier sucht nun doch das Weite
(und hat vom Arzt die Schnauze voll).
 
Beim andren Doktor angekommen,
beginnt er wiederum mit Klagen!
Auch diesmal tut er sehr beklommen,
und jammert über seinen Magen.
 
Der Arzt, erklärt ihm das Problem:
„Der Magen, mittig übern Bauch,
ist sehr gesund und außerdem
bläht hier ihr Darm... wohl durch den Lauch.“
 
Genervt verlässt der Meier dann
auch diese Praxis und er weiß,
dass keiner ihm hier helfen kann...
motzt nur noch laut: „Was soll der Scheiß!“
 
Dann sieht er nahe seinem Haus,
ein Kind mit Tränen im Gesicht.
Es sieht – oh Gott – erbärmlich aus
und Meier nimmt sich ins Gericht.
 
Sein Bäuchlein groß, doch dünn die Beine,
das ganz Kindlein schmerzverzehrt.
Hat sichtlich Plagen... (er hat keine...)
und merkt sein Los und jenen Wert.
 
Beschämt greift er des Kindes Hand...
dann läutet es... (was ihn erschreckt).
Sieht sich im Bett und dort am Rand,
hat ihn sein Wecker derb geweckt.
 
„Ein Traum, ein Traum... oh, nur ein Traum!“
Herr Meier lacht an jenem Morgen...
Ist kerngesund (nun krank wohl kaum)
und hat von daher keine Sorgen.
 
Den Vorsatz, "heute mach ich blau",
verwirft er schnell, denn er ist froh,
und nach dem Traume auch sehr schlau
(und auch geläutert... ....sowieso!)
 

Fazit:
So mancher macht sich selber krank,
und schätzt nicht, jenen großen Wert.
Gesundheit, sie verdient auch Dank!
Sich krank zu denken  ...ist verkehrt!

 
 
 
 © kh. 17.10.2010

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