Simone Wiedenhöfer

S A M H A I N

 



Wenn die Welten sich berühren,
Öffnet still die Ewigkeit
Ihre Tore und wir spüren
Es beginnt die dunkle Zeit.
 
All die ruhelosen Seelen
Strömen aus der Anderswelt,
Mit Gesang aus toten Kehlen,
Zu dem Licht, das sie erhellt.
 
Lausche, höre, wie sie singen,
Hörst du diesen Andersklang?
Stimmen, die voll Wehmut klingen,
Ein betörender Gesang.
 
Niemals darfst du sie verfluchen,
Niemals wirst du sonst erkennen,
Wonach ihre Seelen suchen.
Darum lass das Feuer brennen.
 
Samhain Fest der Jahreswende,
Fürchte nicht die Dunkelheit.
Nur das Gute siegt am Ende,
Beltane ist nicht mehr weit.
 
Stimme milde ihre Herzen,
Zeige ihnen dein Gesicht.
Säume ihren Weg mit Kerzen,
Führe sie zu deinem Licht.


©  Simone Wiedenhoefer 31. Oktober 2010
 

Samhain, bedeutet Vereinigung und ist keltischen
Ursprungs. Es findet seine christliche Entsprechung
in dem Feiertag Allerheiligen. Den meisten wird
Samhain in seiner populären Weiterentwicklung als
“Spaßfest” Halloween bekannt sein, das ja in den
letzten Jahren aus Amerika nach Europa geschwappt
und sehr beliebt geworden ist.

Samhain ist ein Mondfest, d.h. es fällt auf den
Neumond rund um den Novemberanfang, doch der
übliche Termin für Samhain ist die Nacht vom 31.
Oktober auf den ersten November. In dieser Nacht
ist die Grenze zwischen der Dieswelt und der
Anderswelt sehr dünn. Die Geister der Toten statten
ihren Familien und Freunden einen Besuch ab, wir
zünden für sie Kerzen an und gedenken ihrer. Die
Ernte ist eingefahren und man spürt das Ausatmen
der Erde. Die dunkelste Zeit des Jahres beginnt.
Rückzug und spirituelle Arbeit sind angezeigt.

Im Jahreskreis liegt Samhain dem Beltanefest genau
gegenüber, beide Feste zusammen ergeben ein Ganzes
so wie Yin und Yang.
Simone Wiedenhöfer, Anmerkung zum Gedicht

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