Gerhild Decker

Ein stummer Schrei

Ein stummer Schrei


Ein stummer Schrei: "Seht was mir blieb!"
Bin jetzt im Heim - bezahlte Lieb´-
Mein Körper, das bin nicht mehr ICH,
Krankheit Identität mir strich.

Verfall des Körpers nimmt stets zu
und Schmerzen rauben mir die Ruh.
Doch mein Geist kämpft:"ÜBERLEBEN"
ist alleine sein Bestreben.

So schreib´ich mir die Seele frei
und spür´viel Zuversicht dabei.
Gelähmt sind zwar des Körpers Glieder,
doch meinen Geist zwingt das nicht nieder.

In die Verse einer Ballade
flossen Worte ohne Blockade.
Schön wär´s das als Lied zu hören,
vertont würde es mich betören.

Könnte gar Menschen damit erreichen,
die nicht erkennen manch falsches Zeichen;
die glauben, dass Geld das wichtigste sei
im steten Überschwang der Völlerei.

Nicht Mitleid ist es, das ich hier will,
nur die Erkenntnis für mehr Gefühl -
zu sehn, was wirklich zählt im Leben
und nicht nach falschem Wert zu streben.

(c) Gerhild Decker

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Anm. Diese Verse habe ich einer MS-Patientin gewidmet, die den Verlauf ihres Krankheitsprozesses in einer rührenden Ballade niedergeschrieben hat und sie mir zu lesen gab.
Mit diesem, meinem Gedicht habe ich versucht ihre Gefühle, Gedanken und Wünsche wiederzugeben.

Bei der hier inrede stehenden Ballade handelt es sich verständlicherweise um sehr private Aufzeichnungen.
Es ist - das kann ich voller Überzeugung sagen -
ein inhaltlich und metrisch hervorragendes Werk.
Der Wunsch der Patientin ist, jemanden zu finden, der es vertont, um damit viele Menschen zu erreichen.
Menschen, vor allem, dies sich dem Wert der eigenen
Gesundheit nicht bewusst sind.



Gerhild Decker, Anmerkung zum Gedicht

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 03.11.2010. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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