August Sonnenfisch

Die Genien des Kopfbahnhofs



   Die Genien des Kopfbahnhofes
          _______________________________________________________________________________________________


     Die Genien des Kopfbahnhofes
     mit allüberspannendem Dach:
     gläsern, transparent:
    
zur Metropole und zum Himmel hin
     einladend offen!

     Das Reisen der Sinne über Tage:
     die große Stadt begrüßen:
     ankommen - verweilen - und wieder scheiden!
     Wie bezaubern die Hänge von Stuttgart!

     Die grandiosen Potenzen
     des Bestehenden
     bemerken und bewahren:
    
die Genien der Vernetzungen,
    
der Weitläufigkeit,
     der Gastfreundlichkeit,
     die Genien der Brücken und Rampen und
     Weichen im Vorfeld dieses Bauwerks!

     Den
Impetus des Überkommenen fortführen:
     neue Brücken und Rampen errichten,
     neue Geleise und Tunnelröhren erschaffen!
     Behutsam: Projekt um Projekt.

     Unserem Schuldenmontblanc ins Auge blicken,
    
sein Ausmaß erfassen,
     seine Bitternis schmecken.
     Dem Gemeinwohl wieder dienen.

     Den von den Alten ererbten Bahnhof
     erwerben, indem
     wir ihn erneuern:
     den gewachsenen Bahnhof
     am Stadtpark
     und am Boulevard!
     Welch faszinierendes Trio!

     Das Neue in Einklang bringen mit
     dem ehrwürdigen, von
     den Bomben verschonten Bauwerk
     des Paul Nikolaus Bonatz ...
     in Einklang bringen
mit dem Schlosspark:
     dieser atmenden Perle im Zentrum der Stadt ...
     das Neue in Einklang bringen mit der Schönheit
     unseres Stadtbildes, ohne ein
     Bahnhofsbollwerk von acht Metern Höhe
     im Herzen eines Gartens für Alle ...
     in Einklang bringen mit der Seele
     unserer Stadt, ohne
     prestigegeborene Viertel im Tal ...
     das Neue in Einklang bringen mit den Schichten
     unserer städtischen Geschichte.

     Die Wasser und die Mineralwasser
des Grundes
     achten und beachten!

     Und weise auf ein Kleines an Bauland
     verzichten: sich
     damit begnügen, die Flächen
     zu begrünen ... was hülfe es dem Menschen,
     wenn er - gleich Judas Ischariot -
     seine Seele und
     die Seele seiner Stadt verlöre
     für zwanzig und fünf solcher Felder?
     - Welch schwierige Lektion
     inmitten der Wachstumslogistik des Mammon!

     Es lebe die Genialität eines Kopfbahnhofes -
     ob in Stuttgart oder Leipzig,
     ob in Frankfurt oder München,
     ob in Zürich oder im Gare de l'Est
     wie im Gare du Nord von Paris!

     Sich der Genien eines Kopfbahnhofs erfreuen,
     eines Kopfbahnhofs
     mit allüberspannendem Dach:
     gläsern, transparent:
    
zur großen Stadt und zum Himmel hin
     e
inladend offen!



           ______________________________________________________________________

       (c)  August Sonnenfisch, 15. November 2010 ff

                           
                     Christoph Ingenhoven ist der Architekt des geplanten Halbtiefbahnhofes -
                                       
Roland Ostertag entwarf ein neues Dach für den Kopfbahnhof und
                                        hielt dazu einen Vortrag in der 5. Geißler-schen Expertenrunde.

              Siehe dazu auch mein Gedicht "Stuttgart 21".

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