Astrid v.Knebel Doeberitz

Handykauf mit Folgen

 

Was man binnen zwei Monaten durch Handykauf erleben kann,
fange ich hier zu erzählen an.
 
29,95 € - ein Super-Angebot mit großer Tastatur,
dies kostete im Oktober 2010 dieses Handy nur.
 
Inbegriffen 50,-- € Gesprächsguthaben,
wer freut sich nicht über diese netten Gaben.
 
Dass dahinter ein Pferdefuß steckt,
hat man bei der Vertragsunterschrift nicht entdeckt.
 
Bei kurzer freundlicher Beratung im Handyladen dann
gibt man unbedacht noch seine Bankverbindung an.
Damit man keine unnötige Mühe mit dem Aufladen hat,
steht nämlich das Einzugsverfahren parat.
 
Es ist ja alles wunderbar, so denkt man.
Zunächst man für 50,-- € frei telefonieren kann.
 
Die Rechnung war ohne den Wirt gemacht,
denn der hat sich ins Fäustchen gelacht.
 
Zur Überraschung waren auf dem Konto des Kunden
vier Wochen später 28,50 € verschwunden.
 
O Schreck, was ist da passiert?
Umgehend wird dieser Betrag storniert,
denn die wenigen geführten Telefonate betrachtet,
bleibt der Gedanke: Das Guthaben wurde nicht beachtet.

Telefonisch diesen Fall zu klären ist schwer,
denn 01805–Nummern kosten den Anrufer noch mehr.
Wenn man dann erst in der Warteschleife steckt,
hat die Telefongesellschaft Ihre Super-Angebote schnell gedeckt.
 
Dass nun ohne Ankündigung gesperrt wird die Handy-Nummer
ist vielleicht noch der kleinste Kummer.
Die erste Mahnung folgt Ende November auf den Fuß,
ein ordentliche Bürger sich wohl schuldig fühlen muss:
52,40 € - ein stolzer Forderungsbetrag ist entstanden,
nun einfach durch „Rücklastschrift“ und „Aufwandspauschale“ vorhanden.
 
Nach Aufwand des Kunden wird hier nicht gefragt,
die Beträge steigern sich, da wird wohl bald geklagt.
Dem Kunden kostet die Rückbuchung durch seine Bank
8,-- € immerhin nur – Gott sei Dank!

Nebenbei sei erwähnt, dass durch erneutes Rückfragen im Handyladen
herauskam, dass der Kunde erzeugte selbst den Schaden,
denn erst zwei Monate nach Vertragsbeginn
ist die Verrechnung des Guthabens drin!
 
Erwähnt worden sei dies, doch wohl im Vertragsgespräch sehr schnell,
nicht jeder Kunde ist im Zuhören und Speichern so fit und hell.
 
Es wurden nur wenige Euro vertelefoniert in dieser Zeit,
aber der Anschlusspreis von 30,-- € stand bereit.
Darüber wurde vorher nichts vom Verkäufer gesagt
und dann auf dringlichen Wunsch des Kunden notiert,
dass dieser Betrag in Teilbeträgen
als Gesprächsguthaben an den Kunden zurückgeführt wird.
Der Verkäufer bedauert: Anders sei das nicht zu machen.
Als in die Falle getappter Kunde hat man nichts zu lachen.
 
Zumindest wird dem Kunden November- und Dezemberrechnung ausgedruckt
und der hat auch auf die Sperrgebühr der neuen Rechnung geguckt:
18,50 € inklusiv Mehrwertsteuer zuzüglich 5,55 €
für Gespräche wurden aufgeschrieben,
ein erneuter Rechnungsbetrag von 24,05 € ist geblieben.
 
Doch ab jetzt ist das Gesprächsguthaben von 42,-- € netto nutzbar,
was dann 50,-- € brutto ergibt – jedoch nur zu nutzen bis 4. Februar!
 
Es gilt, sofort zu reagieren, doch „noreply“ per Internet,
das macht den Bock jetzt nicht mehr fett.
Der Kunde versendet per Post einen Brief.
Daraufhin eine Dame der Telefongesellschaft anrief.
Die Sperrgebühr kann sie streichen kulanterweise.
Nach Einzug auf dem Konto zu sehen: 34,05 € gingen auf die Reise.
 
Anschlussgebühr und Telefonkosten sind darin enthalten nur,
man mittels einmaliger kostenfreier Welcome-Call-Nr. erfuhr. 
Um weitere Kosten, Magengeschwüren und Herzbeschwerden  vorzubeugen,
wird der Kunde hier kein erneutes Storno erzeugen.
Lieber gibt er klein bei und lässt dem Riesen seine Beute,
denn fassen kann er ihn doch nicht – den Chef dieser Leute.
 
Doch: Willkommen und auf Nimmer-Wiedersehen –
auf Vertrauensbasis kann hier kein Vertrag bestehen.
Ordentliche Kunden kann man vergraulen auf diese Weise,
doch sie telefonieren überlegt und achten dabei auf die Preise.
 
Natürlich ist man(n) selber schuld daran,
Ich darf’s erwähnen: Diesmal traf es meinen Mann.
Besser, so dachte er, sei er mit dem Vertrag ohne Laufzeit gestellt
als ich mit meiner 25,-- € Karte, die bei mir fürs ganze Jahr hält.
 
Es hört sich an wie eine nette Geschichte,
was ich hier der Allgemeinheit berichte,
erwähnt werden tunlichst keine Namen,
das wären für Laden und Anbieter schlechte Reklamen.
 
Vielleicht hat mancher Ähnliches erlebt,
und durch lockende Angebote zunächst auf rosa Wolken geschwebt.
Jedem sei nur zur Warnung gesagt:
Vorsicht, wenn nach Konto-Nummern wird gefragt!
Im Nachhinein der Kunde einsehen kann –
beim Vorher-Bedenken wäre er schlauer dran.
 
Am meisten ärgert man sich daran,
dass man als Kunde so dumm sein kann.
So kann es kosten Nerven, Zeit und Geld,
wenn man die Super-Angebote wählt.
 
Im Netzwerk der heutigen Kommunikation
gibt’s schlaue Füchse, die wissen schon
sich rechtlich gut durchzuschlängeln
und den Kunden am Band zu gängeln.
 
Wo sind da die guten Manieren geblieben?
Vor Jahren haben Macht und Geldgier sie vertrieben.
Damals der Kunde König war –
Heut ist er Sklave in dem ganzen Wirrwarr!
 
Bei allem denke ich daran,
wie unkompliziert
es unsere Katze Cleo haben kann.
„Katzengedanken zum Handy“
in einem Gedicht erzählte ich über sie.
 
Falls die Handy-Geschichte noch weitergeht
und vielleicht ein positiveres Ende entsteht,
werde ich dies hier auch aufschreiben,
denn das Gute soll nicht im Dunkeln bleiben.
 
Doch:
„Wer nachträgt, trägt die Last“, so heißt es im Leben.
Von unserer Seite sei der Kommunikationsgesellschaft vergeben.
 
 
 
Astrid v. Knebel Doeberitz, 22.12.10
 
 
 
 
 
 

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