Iris Bittner

Winterreise

Du willst also an Weihnachten verreisen

„I´m driving home for X-Mas“ oder so?

Schlag dir doch diesen Floh

am besten aus dem Ohr:

Am ersten Hügel kämpft ein LKW

hängt vor dir fest im tiefen Schnee.

Du kannst nicht mehr zurück

und kommst auch keinen Meter vor.

 

 

Na gut, denktst du, dann werd ich halt die Strecke fliegen.

Läßt deinen Wagen wo er ist

versuchst statt dessen einen Flug zu kriegen.

Doch alle Airports liegen tief verschneit.

Die Flieger bleiben lieber auf der Erde

und warten darauf, dass das Wetter besser werde.

Die nette Frau am Service Point lächelt dich an

es tut ihr wirklich leid - geht nichts mehr heut.

Die Fluggesellschaften empfehlen weise:

Mach doch am besten mit der Bahn die Reise.

 

 

Am Bahnsteig angekommen – dort ist´s zugig, kalt

siehst du die Anzeige, da steht

der nächste Zug kommt nicht so bald

ist leider zwischen ein paar festgefronen Weichen

mitten im tiefen Schnee

stecken geblieben.

Jedoch den Reisenden geht’s gut, es gäbe keine Leichen,

auch müsse keiner frieren, es gibt heißen Tee

und überdies würde es allen warm beim Schieben.

Der Eisenbahnverkehr ist leztlich

vollkommen unerwartet abgebrochen.

„Wenn auch die andren alle übers Wetter reden, wir tuns nicht“

hatte die Deutsche Bahn einst vollmundig versprochen

Hat vor dem Schnee kapituliert,

ihr Wort gebrochen.

 

Du hast die Schnauze voll und gehst nachhaus

ziehst die Pampuschen an und deine Stiefel aus.

Läßt die Rollos herunter, machst dir einen heißen Wein

und alle Schotten dicht,

lehnst dich entspannt zurück und denkst,

so könnt Weihnachten ruhig immer sein,

nimmst dir fest vor: das nächste Mal verreis´ ich nicht.

 

Iris Bittner Dez. 2010

 

 


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