Alina Stoica

Bärlis Weihnachtswunder

Bärlis Weihnachtswunder

(für Jutta Mayer, in Erinnerung an ihre liebe Mama)

 

Aus der Ferne erklingen Glöckchen,

Schneeflocken wirbeln durch die Luft,

im Kamin knistern die Scheiten,

der Raum erfüllt vom Plätzchenduft.

 

Bärli steht verträumt am Fenster,

blickt schweigend in die dunkle Nacht;

plötzlich hört sie eine Stimme,

ihr ist, als ob die Stille lacht.

 

Sie blinzelt, schaut sich um im Zimmer,

ein Windhauch ihr Gesicht berührt,

wie Flügelschläge eines Engels,

sie liebevolle Nähe spürt.

 

Am Himmel leuchten tausend Sterne,

doch einer glänzt so strahlend schön.

Sein Licht durchbricht der Zeiten Grenze,

weist uns den Weg nach Bethlehem.

 

Dort, vor unzählig vielen Jahren,

geschah das Wunder dieser Welt,

die heilige Geburt des Herrn,

ein Märchen, das man bis heute erzählt.

 

Bärli seufzt, tritt an die Tür,

späht traurig in die Nacht hinaus.

Sehnsucht ergreift ihre Gedanken,

lautlos geht sie zurück ins Haus.

 

Dann horcht sie auf, da war es wieder,

des Engels zarter Flügelschlag;

ein Flüstern lässt ihr Herz erbeben,

ein Traum, dem Todeskuss erlag.

 

Im Schein der Kerze sieht sie plötzlich,

ein Lächeln, ihr so vertraut.

Bilder aus längst vergangenen Tagen,

auf Erinnerungen aufgebaut.

 

»Mein Kind, ich werd´ über dich wachen«,

eine Stimme leise zu ihr spricht.

Tränen in ihren Augen glänzen,

sie fühlt, wie ihr Herz zerbricht.

 

Doch dann wird sie umhüllt von Wärme,

von Liebe, Frieden, Harmonie.

Die Trauer weicht, macht Platz für Freude,

unbemerkt schwindet die Melancholie.

 

In voller Pracht erscheint vor ihr

ein Engel so unglaublich schön;

er beugt sich langsam zu ihr runter,

deutlich kann sie sein Lächeln seh´n.

 

»Ich komme, um dir Glück zu bringen«,

seine Stimme klingt so weich.

»Von Liebe soll dein Fest erfüllt sein!«

schon fliegt er Richtung Himmelreich.

 

Verblüfft starrt Bärli ihm hinterher,

kommt aus dem Staunen nicht mehr raus.

An ihrem Fenster malt der Winter

aus Eisblumen einen kalten Strauss.

 

Der Tannenbaum mit bunten Lichtern

lacht sie aus seiner Ecke an.

Und durch die eingefrorenen Scheiben

schielt zu ihr rüber der Weihnachtsmann.

 

Der märchenhafte Winterzauber

umgibt sie wie ein zarter Schleier;

sie hört das Kichern ihrer Kinder,

sie freuen sich auf die Weihnachtsfeier.

 

Bärli beginnt langsam zu begreifen,

zum Glücklichsein ist´s nicht zu spät.

Des Engels Worte zeigten ihr,

dass wahre Liebe nie vergeht.

 

Am Abend sitzen sie gemeinsam

und singen unterm Tannenbaum.

Die weihnachtliche Stimmung breitet

sich aus in dem gemütlichen Raum.

 

Die Traurigkeit ist längst verflogen,

verschwunden auch die Einsamkeit.

In ihrem Herzen nichts als Freude,

unendlich tiefe Dankbarkeit!

 

Und Bärli lacht, schaut auf zum Himmel,

die Sterne leuchten in voller Pracht.

Sie dankt dem Herrn für seine Liebe

und für das Wunder dieser Nacht!

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Alina Stoica).
Der Beitrag wurde von Alina Stoica auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 08.01.2011. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Die Autorin:

Bücher unserer Autoren:

cover

Tambara: Oh Stadt, oh meine Stadt von Heike Major



ambara ist unser Traum von einer perfekten Stadt, einer Stadt, in der die Wirtschaft floriert, nachwachsende Organe und eine optimale medizinische Versorgung Gesundheit und ein langes Leben garantieren und ein breites Freizeitangebot die unterschiedlichsten Bedürfnisse der Bürger befriedigt. Doch einigen Städtern ist dies nicht genug. Sie ahnen, dass ihnen etwas vorenthalten wird, etwas, von dem sie instinktiv spüren, dass es ein Teil von ihnen ist. Sie stöbern in der Vergangenheit und entdecken ... die Natur. Doch Nachforschungen sind nicht gern gesehen in der Stadt Tambara. Informationen verschwinden aus dem »Net«, und auf eine rätselhafte Weise verschwinden auch die Bürger, die sich dafür interessieren. Auf der Suche nach ihren spurlos verschwundenen Eltern entdeckt Soul den Getreidekonzern, ein Reservat, das von drei Klonen geleitet wird. Mit ihrem Bruder Reb und den Freunden Mortues und Botoja will sie das Geheimnis der Klonbrüder erkunden. Doch Geduld ist nicht gerade Souls Stärke. Noch bevor die anderen ihre Vorbereitungen beendet haben, ist sie schon auf dem Weg ins Reservat […]

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (3)

Alle Kommentare anzeigen

Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Engel" (Gedichte)

Weitere Beiträge von Alina Stoica

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Glücklich ohne dich von Alina Stoica (Enttäuschung)
Spiegel eines Engels von Andreas Benz (Engel)
Gestern und Heute von Norbert Wittke (Kritisches)