Edward Suvega

Nichtdenkerland



Im Lande willenloser Jamba-Jünger,
unter Geiern, Schafen, verschlagenen Schakalen,
inmitten von Dummschwätzern und Hartz IV,
findet's Anti-Bildungsfernseh'n reichen Dünger,
geist'ge Hoch-/Tiefstapelei hat ihr Revier,

Im Land derer, die der BILD zuprosten, nacheifern,
alles nachahmen und ungefiltert nachlabern,
sich üben in übler Hetze, pauschalem Populismus,
alles unkritisch übernehmen im mangelnden Zweifel,
denen PRO 7 ihr Credo, DSDS der Katechismus,
zwischen lauter Keine-Ahnung- und Dauerrechthabern,

Da fällt es mir schwer, zu leben,
dort kann atmen ich mitnichten,
noch bewahr'n mir mein Wesen, diesen Geist,
mir geht an Substanz dies öde Streben,
mir den Blick vernebelnd, anschickt zu vernichten,
mich wirft aus dem Weltwendekreis,
und daher gern würd ich verzichten,

Umkreist wie von Geschmeiß von diesem Scheiß,
der frisst die Seele mir, Haut, Haar, Geist,
mich verspeist lebendigen Leibs,
und all dies Schmalzschmierentheater, also nein!,
Muss gesteh'n: Mir reicht's!,

Im Lande der Spießer und Kleingeister,
im Lande der feigen Kleinhosenscheißer,
die nicht wagen, nicht trauen, den Aufstand zu rühren,
da sie – quasi – in der Not, die sie spüren,
dennoch vor lauter Lügenkleister,
vonseiten der Regierungskaste,
und den Medien, die wie böse Geister,
zuspielen ihnen zu eignen Lasten,

Ablenkung, Zerstreuung, für die graue, kahle,
plumpe, stumpfe, tumbe Masse,
indem man Trivialkunstfernsehbilder auf Schirme malet,
und wir Intellektzombies finden's klasse,

Schlucken, fressen – dekadent, denkfaul,
wie wir nun mal sind,
spannen wir den fiesen Gaul,
halten zum Missstand unser Maul,
und schauen bloß, ob's Spaß bringt,
Wir sind machtvoll und stark gebrüstet,
und wehren uns nicht unsrer Haut,
wenn Unrecht geschieht, man uns bestiehlt, misstraut,
Wenn selbst neuerlicher Krisenmorgen graut,
uns nur nach Niveaulosem Entertainment gelüstet,

Werden wir ausgenutzt und ausgebeutet,
schenkt man karg uns Hungerlohn,
bescheißt man uns sogar beim Essen,
sind wir weiterhin arglos,
unsre Alarmschellen nie läuten,
Aufstand? Selbstdenken? Widerstehen? Einlenken?,
Kann man in diesem Land getrost vergessen!





 




Auferstanden aus PRO SIEBEN,
und dem Niveau zugewandt,
lasst nicht mehr dem Fernseh'n dienen,
uns - nutzen wir den Verstand!,

Alles dies scheiß Entertainment,
davon werden ruhiggestellt,
wir arme Leut', die wir hübsch eingelullt,
werden um unser Glück geprellt,

weil wir schön stillhalten,
niemals das Schicksal neu verwalten,
und uns auflehnen gegen die finstren Gestalten,
die uns regieren ohne Gewissen,
und sie tun's beschissen...



Edward Suvega, Anmerkung zum Gedicht

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 27.01.2011. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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