Edward Suvega

Giftpost




Der Postmann ist mein ärgster Feind,
zwar erfüllt er nur seine Quote,
und persönlich bös‘ ist nicht gemeint,
was er mir bringt als Hiobsbote,

„Giftige Post“ nenn ich, was er mir liefert,
geliefert bin ich ob ihr täglich gar,
die kann getrost er behalten lieber,
denn mein Leben ist ihretweg‘ voll Gefahr!,

Drohungen, Mahnungen, Bittbriefe,
angststiftend und alles andre als milde,
ich wünschte, dass ich ruhig noch schliefe,
doch weiß nicht, was sie führ’n im Schilde,
die Schergen des Zerfleischenden, Haxe des Bösen,
jagen mich wie haifischgezahnte Bluthunde,
dabei wär, von meiner Warte, alles leicht zu lösen,
und sie haben kein Recht dazu im Grunde!,

Der Postmensch ist mein schlimmster Feind,
obgleich nur seinen schlechtbezahlten Job er tut,
er ist wahrlich mein Untergang und Nemesis,
ist Überbringer er doch ew’ger Finsternis,
vor seiner Ankunft bin mitnichten ich gefeit,
und wenn er anlangt, gefriert mein Blut,

Adrenalin strömt aus akut,
und mir schwant neues Übel, stechend‘ Leid,
mein Herz schlägt wild, bange und Glut,
in die Glieder schießt, adernsprengend,
heißes Blei,

Für fast alle Menschen ist nichts schlimm dabei,
taucht der Gelbgewandete am Postkasten auf,
klingelt er auch selten mal zwei,
öffnen sie und denken sich nix draus,

Vor ihrer Tür steht (zur Überraschung) höchstens mal der Nikolaus,
und es gibt keinen Schrieb der Polizei,
Verwandte schicken nette Urlaubsgrüße,
und’s kommt dies bestellte Zeug für die Füße,
in einem Umschlag bestimmt Geld, Ehrung oder Applaus,
keine Drohgebärde, dass bald was zu pfänden sei,

Mir juckt’s, drückt’s aufs Gemüt,
und weiß nie, was bald drauf geschieht,
Sekunden können mir mein Leben nehmen,
das so zerbrechlich, nichtig klein und armselig,
in bisher zarten Knospen, vagen Schemen,
existenziell minderbemittelt, lausig wenig,

Ein Brief, ein Klingeln?,

Postmann mit zu unterschreibendem Dokument?,
Polizei wegen irgend’ner Ordnungswidrigkeit,
sonstige üble Konsequenz?,
Irgendwie geartete Ungereimtheit?,

Nie weiß ich’s, Angst beißt mich zurzeit,
und nur die Frage, wann es soweit,
dass von diesen Lasten ich befreit...








Solche Erfahrungen ließen sich eine Zeitlang durchaus machen von mir. Ständig gab es kleine Verkehrsordnungswidrigkeiten, nichts Ernstes, die ich auszubaden hatte, ständig hatte ich Clinch mit der Polizei, kleinere Delikte, meist nichts wirklich Verbrecherisches, keine Drogen und keine Körperverletzung, mal eine Beamtenbeleidigung und so (auch schon mal Knastaufenthalt deswegen), natürlich manche Schulden, Verbindlichkeiten, Gerichtsvollzieher, die mal deswegen vorbeikamen, mal einfach Mahnbescheide, Drohbriefe, Ratenvereinbarungen... Aber alles längst überwunden, Schnee von gestern. Manchmal muss man eben heftige Erfahrungen machen, auch Ängste ausstehen, ob berechtigt oder unberechtigt und dann gestärkt daraus hervorgehen, man muss nach vorn schauen und aus Erfahrungen und Fehlern lernen. Bei mir ist das so geschehen inzwischen. War ein harter Weg bis dahin. 
 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 30.01.2011. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Der Zettel war in meinem Briefkasten ein strahlend weißes Blatt Papier. Und darauf ein großer, roter Blutstropfen. Mein Entsetzen hätte nicht größer sein können, als ich diese »Nachricht« zwischen ein paar uninteressanten Werbesendungen fand ...
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