Hans Witteborg

Verlust


Ich seh´ dein nachdenkliches Gesicht
in einem lärmend, lachend Freundeskreise,
dein Lächeln ist erstarrt, dein Lachen leise.
Die Freunde rings ´ rum merken ´s nicht.
*
Man könnte sie erfühlen, deine bittere Einsamkeit,
du bist zwar nicht allein bei allen deinen Gästen,
doch sie bedeuten nichts; gleichwohl bei solchen Festen
ein Trubel herrscht und ungetrübte Heiterkeit.
*
Du nimmst es hin seit jenen Trauertagen,
an denen schmerzlicher Verlust dich hat getroffen,
du wirst ein Leben lang auf heit´re Stunden hoffen,
und schwere Trauer stets in deinem Herzen tragen.
*
Du siehst mich an und ich erkenn an deinem Blick,
der fragend meine Stummheit streift,
dass auch mein Herz sich gegen alle Freude steift,
denn ich erlitt, wie du, ein ähnliches Geschick.




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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 09.03.2011. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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Vom Ufer aus von Hans Witteborg



Die Gedichte begleiten durch die vier Jahreszeiten und erzählen wie die Natur erwacht, blüht und welkt, wissen von reicher Ernte zu berichten. Der Spätsommer im Park, winterliche Gefilde oder Mailandschaften scheinen auf. Der Autor verwendet meist gereimte Zeilen, zeigt sich als Suchender, der neues Terrain entdecken möchte. Der Band spricht von den Zeiten der Liebe, zeigt enttäuschte Hoffnungen und die Spur der Einsamkeit. Wut und Trauer werden nicht ausgespart. Es dreht sich das Kaleidoskop der Emotionen. Der kritische Blick auf die Gesellschaft und sich selbst kommt zum Zuge. Kassandras Rufe sind zu hören. Zu guter Letzt würzt ein Kapitel Humor und Satire. So nimmt der Autor seine Zettelwirtschaft aufs Korn, ein hoffnungsloser Fall.

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