Hans Witteborg

Vermeintliche Gedankenfreiheit


Wer glaubt, die Gedanken sind frei,
der hat sich gewaltig geirrt.
Was man so denkt, das einzig sei
was einem selber im Kopfe rumschwirrt.

Eindrücke sind es – das, was man erfahren,
gelernt von anderen, vom Leben sortiert
in komplizierten chemischen Verfahren
zu einem Gedanken „gezimmert“ wird.

Somit nicht frei und unabhängig,
im Käfig des jeweiligen Umfelds gefangen
unsichtbar freilich und deshalb gängig
mit dem Etikett Freiheit behangen.

Doch kein Gedanke entsteht aus dem Nichts
Alles hängt an allem - mit allem verknüpft
Nur ein Gemüt, ein einfaches, schlicht´s
Glaubt an Gedanken, der frei entschlüpft!






Schiller irrt im Don Carlos: nicht "geben Sie Gedankenfreiheit, Sire", es wäre eher: "Geben Sie Meinungsfreiheit"

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 12.03.2011. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Vom Ufer aus von Hans Witteborg



Die Gedichte begleiten durch die vier Jahreszeiten und erzählen wie die Natur erwacht, blüht und welkt, wissen von reicher Ernte zu berichten. Der Spätsommer im Park, winterliche Gefilde oder Mailandschaften scheinen auf. Der Autor verwendet meist gereimte Zeilen, zeigt sich als Suchender, der neues Terrain entdecken möchte. Der Band spricht von den Zeiten der Liebe, zeigt enttäuschte Hoffnungen und die Spur der Einsamkeit. Wut und Trauer werden nicht ausgespart. Es dreht sich das Kaleidoskop der Emotionen. Der kritische Blick auf die Gesellschaft und sich selbst kommt zum Zuge. Kassandras Rufe sind zu hören. Zu guter Letzt würzt ein Kapitel Humor und Satire. So nimmt der Autor seine Zettelwirtschaft aufs Korn, ein hoffnungsloser Fall.

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