Simone Wiedenhöfer

DER EWIGE FLUCH



Feuerroter Abendhimmel
Hüllt das Land in rote Pracht.
Fern am Ufer steht ein Schimmel,
Wartend auf die Geisternacht.

Schiff mit führerlosem Steuer
Steuert zu im Abendrot
Auf das schwache Leuchtturmfeuer,
In der Luft Geruch von Tod.

Hoch am Himmel Möwenheere,
Wogen, wie in Blut getränkt.
Bleiern neigt sich Abendschwere,
Ehe sich die Sonne senkt.

Brausend türmen sich die Wogen
So wie rote Flammen auf.
Es verliert ein Regenbogen
Sich im wilden Wolkenlauf.

Schreigesang aus Möwenhälsen,
Bis die Sonne untergeht.
Es zerschellt das Schiff am Felsen,
Als der Mond am Himmel steht.

Hell strahlt er mit seiner Fülle
Auf das alte Fischerdorf.
Die gespenstische Idylle,
Einst erbaut aus Stein und Torf.

Eine Frau küsst sanft die Nüstern,
Von dem Schimmel, lieblich, zart.
Zärtlich klingt ihr sanftes Flüstern,
Doch ihr Blick ist kalt und hart.

Unheil war ihr widerfahren,
In dem kleinen schönen Ort.
Dort geschah vor hundert Jahren
Ein von ihr geplanter Mord.

Als ihr Liebster sie verschmähte,
Für die See, und sie verließ,
Sie im Herzen Rache säte,
Bis ihr Dolch sein Herz durchstieß.
 
Leise sprachen seine Lippen,
"Bald wird kommen deine Zeit,
Wirst dich stürzen von den Klippen,
Leiden alle Ewigkeit.
 
Für dein mörderisches Handeln,
Lege ich auf dich den Bann,
In der Dunkelheit zu wandeln,
Den dir niemand nehmen kann.

Du wirst leben im Verderben,
Denn du hast ein Herz aus Stein,
Wirst nicht leben und nicht sterben,
Niemals wirst du glücklich sein".

Dann schloss er die Augenlider
Und sie spürte seine Qual.
Schreiend kniete sie hernieder,
Küsste ihn ein letztes Mal.
 
Langsam ging die Sonne unter,
Als der Mond die Nacht durchdrang
Sah sie von den Klippen runter,
Auf das Meer, bevor sie sprang.

Seitdem büßt sie in den Nächten
Für den Mord, sie bleibt verflucht.
Sie wird von den dunklen Mächten
Der Dämonen heimgesucht.

In den Fängen böser Geister,
Wo die Sonne nie mehr scheint,
Liebt der Tod sie, jedoch reißt er
Sie dorthin wo Sehnsucht weint.

Sie durchlebt die dunklen Weiten,
So steht es im Todesbuch.
Traumbizarre Wirklichkeiten
Sind des  Mörderherzens Fluch…


© Simone Wiedenhöfer 7. April 2011

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