Hans Witteborg

Erwartet,,, oder ich bin mal frech!


Jetzt ist er da - der Frühling, der holde
Knabe mit der Fliederdolde.
Er weckt im Leben neue Kräfte
Und überall da steigen Säfte
Unter faltig, borkigen Stämmen
Selbst jene unlustigen Memmen,
die allem Irdischen abhold
kriegen plötzlich ungewollt
kribbelige Bauchgefühle
und zur Schau gestellte Kühle
schmilzt wie alter Schnee dahin.
Darin liegt natürlich Sinn.
Denn das Sträuben und nicht Wollen
Findet man im Reich der Knollen,
die durch Teilung sich vermehren.
Will ´s der Mensch, muß er „verkehren“.
Den Aposteln der Moral
wär es lieb wie dazumal,
als der Mensch nach einigem Sträuben
sich durch Bienchen ließ bestäuben.
Und der Frühling, dieser Holde
winkte mit der Fliederdolde!
Heut schwirrn Bienchen ohn` Gebrumm
in den Bahnhofsvierteln rum.
Holen gar in kalten Wintern
sich entsprechend kalte Hintern.
Sie erwarten voller Frust
Mondenschein bei Frühlingslust!

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 16.04.2011. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Vom Ufer aus von Hans Witteborg



Die Gedichte begleiten durch die vier Jahreszeiten und erzählen wie die Natur erwacht, blüht und welkt, wissen von reicher Ernte zu berichten. Der Spätsommer im Park, winterliche Gefilde oder Mailandschaften scheinen auf. Der Autor verwendet meist gereimte Zeilen, zeigt sich als Suchender, der neues Terrain entdecken möchte. Der Band spricht von den Zeiten der Liebe, zeigt enttäuschte Hoffnungen und die Spur der Einsamkeit. Wut und Trauer werden nicht ausgespart. Es dreht sich das Kaleidoskop der Emotionen. Der kritische Blick auf die Gesellschaft und sich selbst kommt zum Zuge. Kassandras Rufe sind zu hören. Zu guter Letzt würzt ein Kapitel Humor und Satire. So nimmt der Autor seine Zettelwirtschaft aufs Korn, ein hoffnungsloser Fall.

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