Karl-Heinz Fricke

Die Himmelskatze (Ein Märchen)

Der alte Pfarrer Hölzenbein
wollte nicht mehr alleine sein.
So kam das kleine Miezelein
in sein einsames trautes Heim.

Er hegte und pflegte das Tier,
ihr Schnurren wurde sein Pläsier.
Eines Tages ließ er es raus,
und es kam nicht wieder ins Haus.

Jetzt war der Pfarrer sehr betrübt,
er hatte Mieze sehr geliebt.
Diese saß erschreckt und bang
in einer Pappel, gertenschlank.

Miaute stets jedoch war munter,
aber traute sich nicht herunter.
Aufmerksam wurde Hölzenbein,
erkannte gleich des Kätzchens Pein.

Angestrengt überlegte er
wie seinem Tier zu helfen wär'.
Die Erkenntnis ihm dann kam,
niederzuziehn den dünnen Stamm.

Er band einen Strick um die Rinde
auf halber Höh' zu seinem 'Kinde'.
Dann schlang er den Strick behende
an seines Autos hint'res Ende.

Das muss doch klappen sicherlich
und sieh, das Bäumchen beugte sich.
Zuviel war es dem schwachen Strick,
die Pappel sauste wild zurück.

Die arme Mieze, nicht gelogen,
ist hoch in die Luft geflogen.
Vergeblich suchte Hölzenbein
sein arg vermisstes Miezelein.

Die Nachbarin, Charlotte Best
mied die Katzen wie die Pest.
Ruth durfte keine Katze haben,
worüber der die Tränen kamen.

Die Mutter sagte: "Liebes Kind,
Katzen doch kein Spielzeug sind.
Wenn der Herr schickt eine dir,
darfst du sie haben, glaube mir !"
 
Im Garten betete Ruth zum Herrn:
"Ein Kätzchen hätt' ich liebend gern.
Es wäre schön, könnt es gelingen,
ein Engel würd' mir eines bringen !"

Und grad' in diesem Augenblick
erfüllte sich ihr großes Glück.
Mieze landete in ihrem Arm,
da wurde ihr um's Herze warm.

Der Pfarrer, der es dann erfuhr
sprach ein Gebet und sagte nur:
"Was du vollbracht, ist wunderbar,
göttlich ist's, was hier geschah !"

Karl-Heinz Fricke  19.4.2011

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