Hans Witteborg

Der Trinker



Unantastbar ist die Würde
in Artikel Nummer eins
ist im Grundgesetz die Hürde
gegen das Verhalten „Kains“
                     *

Würde kann man zwar nicht essen
sie jedoch sehr wohl vertrinken.
Hat man erst sich selbst vergessen
kann man tiefer kaum noch sinken.

Durch den schmalen Flaschenhals
gurgelt man die schön´re Welt,
fröhlich bleibt man allenfalls
bis man sich auf den Beinen hält.

In die heiteren Nebelschwaden
fühlt man sich empor gehoben,
niemand kann einem da schaden,
die Probleme: weggeschoben.

Geistern anderswo herum
gelobet seien die Prozente
weil man im Delirium
Probleme auch nicht lösen könnte!

Ins Erbrochne hilflos fallen,
schimpfen, wettern selbst das Fluchen
bleibt ein unverständlich Lallen
im Bemühen Halt zu suchen.

Blase drückt – ein ewig Quellen,
die Motorik ist gestört
und man pisst an jene Stellen
wo ´s sich einfach nicht gehört.

Würde hat sich selbst entseelt
man ist entsetzt und auch betroffen,
wenn der Restverstand nun fehlt
weggespült, weil weggesoffen!

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 29.04.2011. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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Vom Ufer aus von Hans Witteborg



Die Gedichte begleiten durch die vier Jahreszeiten und erzählen wie die Natur erwacht, blüht und welkt, wissen von reicher Ernte zu berichten. Der Spätsommer im Park, winterliche Gefilde oder Mailandschaften scheinen auf. Der Autor verwendet meist gereimte Zeilen, zeigt sich als Suchender, der neues Terrain entdecken möchte. Der Band spricht von den Zeiten der Liebe, zeigt enttäuschte Hoffnungen und die Spur der Einsamkeit. Wut und Trauer werden nicht ausgespart. Es dreht sich das Kaleidoskop der Emotionen. Der kritische Blick auf die Gesellschaft und sich selbst kommt zum Zuge. Kassandras Rufe sind zu hören. Zu guter Letzt würzt ein Kapitel Humor und Satire. So nimmt der Autor seine Zettelwirtschaft aufs Korn, ein hoffnungsloser Fall.

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