Ingrid E. Patrick

Haushälterin gesucht

Ich dachte immer,
eine Haushälterin putzt das Haus,
sorgt dafür,
dass es sieht sauber aus.

Doch höre ich in der Zwischenzeit,
sie sei für andere Dienste auch bereit.
Ganz besonders für den Herrn im Hause
sorgt sie bei der Meno-Pause.
Ist der Ehe-Alltag fad,
hält sie die Abwechselung parat.
Damit die Frau,
die auch im Hause wohnt,
sich während ihrer Tage schont.

Ist sie jung und auch adrett,
findet sie sogar der Hausherr nett.
Das zeigt er bei jeder Gelegenheit.
In die Besenkammer! Ist ja nicht so weit!
Das muss die Ehefrau nicht wissen.
Beide ruhen auf dem Schweige-Kissen.

Das ist eine wunderbare Idee:
Vielweiberei in häuslicher W.G.

Sollten allerdings Kinderlein kommen,
werden sie ihr einfach weggenommen,
oder sie bekommt die Kündigung
aus einem extra konstruierten Grund.

So viele böse Fragen
muss der arme Mann jetzt ertragen.
Er sagt, sie habe ihn bewusst verführt,
das habe er genau gespürt.
Wehren dagegen konnte er sich nicht,
macht dazu ein zerknittertes Gesicht.

Da könnte man fast meinen,
er fängt gleich an zu weinen!
Dem Manne wird die Umwelt glauben:
Ein richtiger Mann,
der kann sich das erlauben.

Auch den Priestern, für die die Frauen sind tabu,
stellt ihr Dienstherr diesen Service mit dazu.
Führen dazu gern die Bibelstelle an:
Die Frau, sie sei dem Manne „untertan“.

Die Haushaltshilfe und ihr Kind
jetzt bei anderen Leuten sind.
In ihrem Arbeitszeugnis steht,
„Sie hat sich für die Arbeit krumm gelegt.
Wir bedauern, dass sie geht.“

Eine neue Haushaltshilfe wird gesucht.
Die wird aber von der Ehefrau gebucht.
Ist die Frau auf Zack und mit Weisheit geschlagen,
wird sie nach einem männlichen Nacktputzer fragen.


© Patty Patrick

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