Heidi Schmitt-Lermann

STROHMANDL



 



An einem besonders heißen Tag
hatte uns der Bauer versprochen,
dass er uns Kinder mitnehmen mag.
Das Stroh liegt dort schon seit Wochen.
 
Also trommelt er alle Kinder
zusammen für die Fahrt auf’s Feld.
Heidi spielte grad Besenbinder,
doch da ist sie eifrig aufgeschnellt.
 
Barfüssig, entgegen allem Rat
ist sie auf den Traktor gestiegen.
Erst Schuhe anziehen, ist doch fad
und weich wird das Stroh dort liegen.
 
„Strohmandl“ heißen diese Dinger,
wenn man’s aufrecht zu Bündeln dreht.
Man braucht nur geschickte Finger
und schnell das erste Mandl steht.
 
Doch der Schnitt, es war ein harter.
Er schmerzte schnell an kleinen Füßen.
Doch ertrug Heidi diese Marter,
so hat sie das nicht zugeben müssen.
 
Die andern banden immer weiter.
Die Heidi hielt’s bald nicht mehr aus.
Auf der Heimfahrt dann recht heiter,
brachten sie grinsend das Kind nach Haus.
 
Es hat die Zähne zusammengebissen,
bevor sie die blutigen Füße zeigte.
Das Gehen war zwar ehrlich besch…
Froh war sie, als sich der Abend neigte.
 
Am nächsten Tag konnte sie nicht laufen.
Die Füße waren dick geschwollen.
Ein ganz unglücklicher kleiner Haufen,
hat dann Abbitte leisten sollen.
 
Mit einer Spritze gegen Tetanus,
und ein Fußbad mit feiner Kamille,
so war sie bald wieder gut zu Fuß
und vergessen die bittere Pille.
 

 
 
Auch das war eine Begebenheit in den
Sommerferien der 50er Jahre. Auch Kinder
werden erst aus Schaden klug. Meistens. lach.

      

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