Milla Barns
Das schwarze Fohlen
Schwarzes Fohlen
Durchtrennt hat es die Leine,
das schwarze Fohlen,
seine Beine waren vier Glocken
das aufläuten den Hof
das schwarze Fohlen.
Tauben, weiße Funken
stäubten vor ihm auf
mit fürchterlichem Wirbel
und auf die dämmernden Dächer
runter fielen sie zischend.
Sie schauten das tanzende Fohlen,
ihren schwarzen Verwandten
auch wir schauten, junge Burschen,
und drinnen im Herzen wir hörten
ein wildes Glockengeläut.
Melone fraßen wir, rote,
und schleuderten die Schale:
auf des Fohlens Körper zerplatzten
bedrängende, grüne Raketen.
Die Mähne erglühte auf einmal
und dunkle Disteln, die Augen:
es kreiste, als ob der Wind weht
über schwarze Puszta hinweg.
Keiner war zu Hause,
der uns befehlen konnte,
unser der dröhnende Dreschplatz,
gewaltiger Heidenglaube.
Mit Peitschen und lauten Rufen,
zu Teufeln und Wilden geworden
und nicht das schwarze Fohlen:
prügelten wir die Welt.
Die Heuschober, und die Bäume,
den Mond mit Gottesgesicht,
tanzen sie wie das Fohlen,
bis sie danieder sinken, tot.
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 07.08.2011.
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