August Sonnenfisch

MENSCH SEIN - Möglichkeiten iner Wahl

 

MENSCH SEIN

…………………….………………….. Möglichkeiten einer Wahl …………………………………..…….

 

(1)

Manche von uns marschieren zielesfixiert
und in festem
Schuhwerk
durch Stadt und Land …

Andere flanieren barfuß über
Löwenzahnraine

und baden ihre Seele
in der Schau von blühenden Blüten.

(2) 

Manche von uns lassen sich
frisieren und fraternisieren durch den

Frühstücksrundfunk mit 
wohlfeilem Geschwätz ...

Andere inhalieren mit ihrem
Morgentrank

die Stille
eines Morgens ...

(3)

Manche Menschen bauen Mauern
von
Klugscheißereien
zwischen sich
und die Welt …

Andere öffnen ihre
Sinne und ihre Herzen für

sich selbst
und füreinander ...

(4)

Manche von uns verquasseln
ihren Tango

vom Rio de la Plata
wie die Sperlinge im Geäst …

Andere lassen sich
tanzen von den

Bandoneons
und den Violinen …

(5)

Manche von uns lästern misslaunig
und missmutig
über die Götter
im Himmel und auf Erden …

Andere lassen ihr Herz tanzen
mit den hüpfenden Tropfen

in den Pfützen eines 
regnerischen Tages …

(6)

Manche von uns bekämpfen
und bezwingen

einen Berg
im Gebirg …

Andere befreunden sich Schritt
für Schritt mit

seinen Abhängen,
Ausblicken und Gebüschen …

(7)

Manche zerknipsen und
zerkaspern

das Schauspiel
eines Sonnenuntergangs …

Andere lassen sich verzaubern
von einem

grandiosen
Ereignis des Kosmos …

(8)

Nicht wenige von uns konkurrieren
verbissen um die

Fleischtöpfe
dieser Welt …

Andere kreieren sokratische
Synthesen zu
den Bedürfnissen des einen
wie des anderen …

(9)

Nicht wenige von uns missbilligen
und malträtieren

die Botschaften
ihrer und ihrer Nächsten Seele …

Andere sind ihnen
ein Gasthaus

und ein
offenes Ohr …

(10)

Wie oft sind wir Gefangene
von Konzepten,
Plänen und
Programmen …

Dann wieder öffnen wir uns
den Ereignissen und

Weisheiten
eines Tages …

(11)

Nicht wenige von uns versinken
wieder und wieder
im
süßen Brei
von Symbiosen …

Andere sind eher für sich selbst
und füreinander

gewachsene
und gereifte Originale …

(12)

Nicht wenige von uns kämpfen
gegeneinander

wie gegen
sich selbst …

Andere heißen unsere Wohl-
unterschiedenheit 

willkommen
und spielen mit ihr …

(13)

Viele von uns kultivieren
ihr anerkannt
dick-
felliges Fell …

Wenige von uns erkühnen
sich zur

Sensibilität
einer Prinzessin auf der Erbse …

(14)

Wie oft mühen und
befleißigen wir uns,

unsere Leiber und Seelen zu
funktionalisieren …

Doch zuweilen fühlen wir unsere Gefühle –
ohne in das Hamsterrad

altklug vernünftiger
Gedanken zu entfliehen …

***

Vielerlei leben und erleben wir
als Bewohner
dieser Erde:
Empfinden und Räsonieren -
Bekämpfen, Vermeiden oder

Befreunden -
Wertschätzung

oder Tadel -
L
auschen und Quasselei.

Und wir freuen oder
wir leiden:

an manch einem Flanieren
oder manch einem
Marschieren -
an Schwester Leichtfuß oder

Bruder Bleifuß -
an unserem Müßiggang oder

unserer Maloche -
an spielerischen Spielen
oder Tyrannei.

*

Bemerken wir, ob der
KUTSCHER

in unserem Haupt
uns bestimme? …

oder ob die
REISENDE PERSON in unserem
Herzen uns leite
und begleite - die
allein weiß,
wohin die Reise geht?

 

 

 

 

 

 

(c)  August Sonnenfisch, 6. Juni 2009 ff

Siehe auch eine Kurzform
obigen Textes

in dem Sonnenfischgedicht
"MENSCHENMÖGLICH - Wir haben die Wahl".

 

 



 

Das Bild der KUTSCHE für den Menschen:
die Kutsche - unser Leib *
die Pferde - unsere Seele *
der Kutscher - unser tüchtiger Verstand,
der sich jedoch permanent einmischt
in die Angelegenheiten des Reisenden *
der Reisende - der göttliche Seinsgrund in uns.
August Sonnenfisch, Anmerkung zum Gedicht

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