Heidi Schmitt-Lermann

WOTANS WILDE JAGD

      











 





Zuerst war der Tag ja friedlich,
doch vielen zu heiß und zu schwül.
Die Menschen sind ja unterschiedlich,
denn manche wolln’s lieber kühl.
 
Das hatte man wohl auch gedacht
in Wolkenkuckucks hohem Heim.
Denn jetzt kommt dunkel ein Wetter
und erstickt die Sonne im Keim.
 
Die Wolken wogten düster und schroff
und wälzten sich dräuend herüber.
Die Götter hatten sichtlichen Zoff
Pechschwarz im hektischen Fieber.
 
Es stürmt und die Bäume biegen sich
und hinaus sich niemand mehr wagt.
Denn es blitzt und donnert fürchterlich,
Wotan prescht mit seiner wilden Jagd.
 
Sein Pferd mit den acht großen Beinen
zertrampelt die Wiesen mit Wut.
Manche Felder kann man beweinen,
denn nichts bleibt erhalten und gut.
 
Da steht Petrus auf den Emporen
und macht grimmig den Finger krumm.
„Ihr Götter habt hier nichts mehr verloren,
denn lang schon ist eure Zeit um!“
 
Den Wotan will das gar nicht freuen.
Doch unterzog er sich dem Gebot.
Er verschwand mit seinen Getreuen,
am Himmel zeigt sich ein zartes Rot.
 
Da kommt die liebe Sonne hervor
und lacht gar lieblich und rund.
Und die Vöglein singen im Jubelchor
und die Welt ist strahlend und bunt.
 
 
 

Irgendwie muss doch alles sein gutes Ende haben und
Wotan schlägt dem Petrus ja doch immer wieder ein
Schnippchen und erscheint mit Donner und Blitz. Lach.
 
Diesmal habe ich eine Fotografie verwendet, denn ich
fotografiere ja auch gerne, um zu
zeigen, dass es wirklich so aussehen kann, als ob die
Götter Krieg führten. Aber es kommen schon wieder
gemalte Bilder von mir.
  
 

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