Anita Menger

Verzeih mir Herr



Verzeih mir Herr, du meinst es gut.
Dennoch gerate ich in Wut
und frag mich ob´s dich int´ressiert,
was hier auf unsrer Welt passiert.

Siehst du denn nicht die Hungersnot?
Dabei gibt es genügend Brot.
Gar vielerorts im Überfluss,
wo man es dann „entsorgen“ muss.
Kannst du es nicht gerecht verteilen?

Schau doch, wie sich hier Kinder „stylen“,
wo andre frierend barfuß gehen
und ihre Eltern fallen sehen,
oft selbst als Krieger kämpfen sollen.
Das kannst du doch nicht wirklich wollen?

Auch dort wo Frieden herrscht im Land
nimmt Mord und Totschlag überhand.
Gewalt gehört zum Alltagsleben
weil Menschen nur nach Reichtum streben
und dabei über Leichen gehen.
Wie lange willst du noch zusehen?

Es wird getreten und geschlagen.
Ein Kind zu früh zu Grab getragen.
Und kennst du schon den letzten Schrei?
Die Kamera ist mit dabei
wenn Einer sinnlos um sich schlägt,
weil es ja Andere erregt
wenn Opfer schwach und wehrlos sind.
Verzeih mir Herr – sag bist du blind?

Auf dieser Welt gibt’s keinen Sieger.
Selbst der einst stolze Amur-Tiger
stirbt aus und vormals dichte Wälder
verkümmern. Es wird kalt und kälter.
Nichts haben wir einst zu vererben,
als einen großen Haufen Scherben.

Verzeih mir Herr, du meinst es gut.
Dennoch gerate ich in Wut
und frag mich ob´s dich int´ressiert,
was hier auf unsrer Welt passiert.

Doch weiß ich, ich bin ungerecht,
denn du bist nicht der Menschen Knecht
um ihren Schrott hinweg zu kehren.
Wird Zeit, dass wir uns selber wehren. 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 14.10.2011. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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