Lennard Mehring

Der Schwätzer - homo laber

 
Staunen muss ich immer wieder,
über meine Stammtischbrüder.
Doch Max, der schießt den Vogel ab,
verbal hält er uns gut auf Trapp.
Er flirtet mit Uschi, was ein Mist,
da sie die Kneipenwirtin ist.
Und gibt ihr manchmal einfach so,
einen Klaps auf ihren Po.
Er labert sich um Kopf und Kragen,
das wollte sie ihm dann mal sagen.
Das wurde auch Zeit, sie wollt nicht mehr warten,
So schenkte sie Max die "Männerarten."

LM



Anmerkung

Der Schwätzer homo laber

Dieser Artist ist in vielen Erscheinungen gesichtet worden,
ob massiv mit teuerer Armbanduhr oder schlaksig
im karierten Hemd, ob mit Mentholzigarettensucht
oder Scheißflecken, ob Vegetarier oder Viehbetreiber.
Kennzeichnend für den Schwätzer ist allein sein ununterbrochener
Redefluss, den er an jedem Ort mit oder ohne technische
Hilfsmittel zu Gehör bringt.

Er grüßt lauthals im Frühstücksraum des Hotels fremde Gäste,
als sei er der Maítre de Plaisir.
ER plaudert in Zugabteilen oder im Flugzeug, auf Konferenzen
oder beim Bäcker, im Taxi oder im Restaurant über sein
Hotelzimmer in Schwerin oder Sotschi, er beleidigt am Telefon
seine Sekretärin, versetzt seine Ehefrau und verabredet sich
just-in-time mit Susi.
ER faselt in sein Handy, als sitze er isoliert in seiner Kemenate
oder Herrentoilette. Als unfreiwilliger Reisebegleiter erfährt
man ohne Not von seinen Zahlungsschwierigkeiten,
Businessplänen, Kündigungsabsichten und seinen körperlichen
Gebrechen. Zugleich beschwert er sich lärmend bei allem
und über alles, sei es Kellner, Kollegin oder Zubegleiter;
er prahlt oder droht, er spiele mit Sowieso Tennis oder sei
bei Siewissenschon gern gesehner Gast.

Das Bundesgesundheitsministerium erwägt inzwischen ein
Sprechverbot im öffentlichen Räumen oder kleinere
schallgeschütze Zellen in Zügen, da die Magengeschwürrate
von Benutzern öffentlicher Verkehrsmittel nachweislich gestiegen ist. wink

@ Heimische Männerarten,  ein Bestimmungsbuch von Claudia Schreiber.
     Ein kleiner Auszug aus dem Buch..
Das hat unser homo laber von der Wirtin unserer Stammkneipe bekommen
und dann ärgert sich unser Großmauläger noch.....ob Claudia Schreiber ihn kannte..cheeky
Ob es wohl auch so ein Buch über Frauen gibt?????

 

Nach 4 Jahren Montagsstammtisch konnte unsere Wirtin Uschi dem Getue von Max nicht mehr zuhören, ebenso wie unserem allwissenden Kanzler Erich, dem Frisör, der im Nachhinhein die bessere Politik macht. Diese beiden sind doch ein kleines Buch wert dachte sich Uschi...Lennard Mehring, Anmerkung zum Gedicht

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