Silvia Pree

Dezember

In der Arbeit.
Im Büro.
Im 7. Stock.
Da scheint.
Der Nebel.
An den Fenstern zu kleben.
Nur Umrisse.
Nichts zu erkennen.
Und der Pöstlingberg.
Er ist verschwunden.
Völlig verschluckt.
Vom Nebel.
Man kann nur ahnen.
Wo er sich versteckt…
Nebel.
Wie ein Monster.
Das immer näher kommt.
Bedrohlich…
Und uns Angst macht!
Ist es nicht so?
Vielleicht.
Weniger Angst.
Aber das monotone Bild.
Jeden Tag…
Es trübt die Seele.
Wie Nebel.
Man kann.
Gar nichts dagegen tun…
 
Es wird dunkel.
Schön langsam.
Und ich friere.
Meine Hände.
Eiskalt.
Die Weihnachtsbeleuchtung.
Sie verbreitet.
Matte Helligkeit.
Irgendwie.
Schaumgebremst.
Es duftet.
Nach Haselnüssen.
Nach Mandeln.
Geröstet.
Und das Flair.
Unverwechselbar.
Es liegt in der Luft.
Durchaus.
Aber.
Es ist nicht stark.
Es schwebt nur.
Zwischen den Menschen.
Kraftlos.
Und verfliegt…
Ich steige in die Straßenbahn.
Und fahre heim.
Was gäbe ich!
Für ein wenig Schnee!
Für einen Tanz!
Mit Schneeflocken…
 
Vielleicht.
Liegt es auch an mir.
Dass ich sie vermisse.
Die Weihnachtsstimmung.
Sinniere ich.
Später.
In den USA.
Feiern die meisten Leute.
Weihnachten im Grünen.
Ohne Schnee.
Ohne Eis.
Vielleicht sogar.
Unter Palmen.
Oder am Strand.
Ist das?
Weniger weihnachtlich?
Kommt es nicht darauf an?
Was wir tragen?
Im Herzen?
In unserem Innersten?
Der Duft nach Tannen.
Verschneite Hausdächer.
Krippen.
Duftöle.
Winterromantik.
Brennende Kerzen.
Das.
Haben wir adaptiert.
Für unser Weihnachten.
Damit es stimmig wird.
Aber Weihnachten.
Hat nichts zu tun.
Mit alledem.
Nur mit uns selbst!
 
Vivienne
www.aus-den-tiefen-meiner-seele.com

 
 

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