Fred Schmidt

Vollmondnacht in der Provence

 
Ihr müsst mich versteh’n,
ich möcht den Vollmond 
vom Himmel stürzen seh’n  
senkrecht in den Fluss hinein.
Das gäb einen Flecken nicht zu klein,
auf den schwarzen Fluten
einen silbernen Schein,
in dem Nymphen zum Tanz sich sputen,
im Dunst, in den Nebeln
die sich in Spiralen erheben,
während Satyrn am Ufer kauern
und sie mit geilen Augen belauern.
Ihr müsst mich versteh’n,
ich möcht den Vollmond 
vom Himmel stürzen sehn.
 
Ihr müsst  mich versteh’n, 
ich möchte ‘ne Nymphe 
den Mond schlucken sehn,
jedoch nicht den vollen - welche Qual! -
der ließe sie anschwellen wie einen Wal.
Sie müsst‘ ihn schlucken als Sichel fein,
damit sein Licht könnt‘ verdaulich sein.
Und sein launisches Glänzen
könnt die mythologische Unschuld ergänzen
und so erhöhen der Satyrn Lust,
die sie belauern in ihrem Frust.
Ihr müsst mich versteh’n,
ich möchte eine Nymphe 
den Mond schlucken seh’n.
 
 
Ihr müsst mich versteh’n,
ich möchte einen Satyr
den Mond in ‘nen Käfig sperren seh’n.
So könnte der Strolch sich im Dickicht verstecken,
um fromme Pilger auf ihrem Weg zu erschrecken.
Und wenn er belauert Nymphen und Sylphiden,
die sich reichlich vergnügen im Nebel hinieden,
tanzen, tollen, sich baden im rauschenden Fluss,
er sie plötzlich beleuchtet mit großem Genuss.
Ihr müsst mich versteh’n,
ich möchte einen Satyr
den Mond in ‘nen Käfig sperren seh’n.
 
Und die ganze Zeit würd' Pan mit der Flöte die Runde dreh’n.
 
 
 
 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 30.11.2011. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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