Hans Witteborg

Auch die Moderne hat ihre Tücken


Ach die gute alte Zeit
verschonte uns noch unsere Nerven.
Damals war man noch bereit
Briefe in die Box zu werfen.

Zwar war der Weg zu dem Empfänger
Natur gemäß noch ziemlich weit,
und es dauerte auch länger,
manchmal eine Ewigkeit.

Dafür konnte man drauf wetten,
dass die Nachricht überbracht,
und die bösen wie die netten
Briefe dann auch aufgemacht.

Diese Zeiten sind vorüber,
nicht, dass ich darob jetzt weine,
ich beschwer mich nur darüber,
dass ich manchmal wirklich keine

noch so klitze, klitze kleine Brieflein
in dem bewussten Kasten sehe,
und so rede ich mir ein,
dass kein Mensch mehr auf mich stehe!

Doch auch ich nutz`, weil modern,
um mich andern mitzuteilen,
ganz egal ob nah ob fern
e-Mail – und ich muss nicht eilen:

kann in Ruh´ die Nachricht fassen,
ohne Angst die nächste Leerung
wieder einmal zu verpassen.
Alleine, wenn das Netzwerk stört,
wie´ s gerade jetzt passiert,
bleibt die Nachricht ungehört,
deshalb bin ich angeschmiert.

Ach, du gute, alte Zeit
hast die Nerven uns geschont.
Ich bin fast dazu bereit,
schreiben, wie ich ´s mal gewohnt.



Meine Antwort darauf warum ich den Brief an Goethe nicht per e-mail aabgeschickt habe!

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Die Gedichte begleiten durch die vier Jahreszeiten und erzählen wie die Natur erwacht, blüht und welkt, wissen von reicher Ernte zu berichten. Der Spätsommer im Park, winterliche Gefilde oder Mailandschaften scheinen auf. Der Autor verwendet meist gereimte Zeilen, zeigt sich als Suchender, der neues Terrain entdecken möchte. Der Band spricht von den Zeiten der Liebe, zeigt enttäuschte Hoffnungen und die Spur der Einsamkeit. Wut und Trauer werden nicht ausgespart. Es dreht sich das Kaleidoskop der Emotionen. Der kritische Blick auf die Gesellschaft und sich selbst kommt zum Zuge. Kassandras Rufe sind zu hören. Zu guter Letzt würzt ein Kapitel Humor und Satire. So nimmt der Autor seine Zettelwirtschaft aufs Korn, ein hoffnungsloser Fall.

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