Heino Suess

Staunen und Freuen (Kritik der Lyrik)



Verschenkte Zeit verpfuschte Zeilen,
dies alles nur für kleine Lichter,
die  kleinkariert bei Stuss verweilen...
Ist dies dein Schicksal heut als Dichter?

„Die Lyrik hat an Kraft verloren,“
pfeift hoch vom Dach manch Kritikaster.*
Mit Abgesang quält er die Ohren;
doch was sich wirklich tut, verpasst er!

Was in der EffAZett** zu lesen-
meist reimfrei, nicht im  Feuilleton-
das ist zu oft mir fern gewesen,
gab nur zum Wundern Anlass schon.

Ist Dichtung nur noch fremdes Raunen,
das nur durch Zufall spricht zu Sinnen ?
Ich will Gedichte, die mich staunen
und freuen lassen, ganz tief drinnen!

Verschenkte Zeit verpfuschte Zeilen,
dies alles nur für kleine Lichter,
die  kleinkariert bei Stuss verweilen...
Ist dies dein Schicksal heut als Dichter?


©  Heino Suess  01/12

*=Nörgler, kleinlicher Kritiker(lt. Duden)
**= Frankfurter Allgemeine Zeitung


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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 06.01.2012. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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Ein geborener Nobody hat, sofern er überhaupt jemals etwas besitzt, höchstens ein Drittel von dem, was die Norm ihr Eigen nennt. Denn er hat nun mal keine Lobby und somit auch keinerlei Protektion. Steht dabei immer in vorderster Linie des täglichen Überlebenskampfes, sich dabei selbst im Wege und muss gegen tausende Dinge ankämpfen, von deren Existenz die Masse erst einmal gar nichts weiß. Für Charly stehen die Sterne bereits schlecht, als er 1950 in Düsseldorf als Sohn staatenloser Eltern geboren, die ersten Lebensjahre in einem alten Backsteingebäude heran wächst, das hinter vorgehaltener Hand der blutige Knochen genannt wird. Als staaten- und heimatlos gestrauchelter Seemann, Chaot, Loddel und Taxifahrer, begegnet er im Alter von 53 Jahren seiner Muse, in die er sich unsterblich verliebt, sie jedoch kurze Zeit später wieder verliert. Philosophierend taumelt er weiter durch den Keller des Lebens. Seine teilweise selbst erlebte Geschichte erzählt der Autor in der Gossensprache, die er gelernt hat und reflektiert damit das Leben im gesellschaftlichen Randzonenbereich. ..für viele unserer so unglaublich normalen, überschlauen Zeitgenossen, auf eine manchmal etwas vulgär formulierte Art zu schmutzig. Aber die Wahrheit ist nun einmal schmutzig.

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