Wally Schmidt

Aioli

Aioli

Die Aioli oh wei, oh wei, mit so viel Oel und so viel Ei,

ich rate dir, sei auf der Hut, da machst du nichts, sie schmeckt zu gut.

Danach kannst du die Roellchen zaehlen, und dich mit vielen Pfunden quaelen.

Einmal im Jahr wird sie gegessen, wir sind darauf ganz wild versessen.

Das Dorf, es laed die Leute ein, zu einem grossen Stelldichein.

Bei uns da gibt es viele Alten, die haben sich auch gut gehalten.

Mit ihren achtzig, neunzig Jahren, haben sie schon viel erfahren.

Der Ruecken ist ein wenig krumm, doch im Kopf sind sie nicht dumm.

Auch schleppen sie ihr taeglich Holz, und das macht sie besonders stolz.

 

Zum Essen sind sie all' erschienen, so lustig munter ihre Mienen,

ganz jung und keck ist dann ihr Blick, sie machten sich auch richtig chic.

Erst wurd' geredet und geschwaetzt, und dann hat man sich hingesetzt.

 

Mit grossen Platten ward begonnen, die Moehren leuchteten wie Sonnen,

die Bohnen und der Blumenkohl, sie taten uns'rem Gaumen wohl.

Die rote Beete schoen und rund, ist doch vor allem so gesund.

Das alles sah so lecker aus, und war so'n richtig guter Schmaus.

Zu allem kommt der weisse Fisch, er leuchtet hell auf jedem Tisch.

Und auch die grossen Koerbe Brot, ohne das ist der Franzose tot.

Mit vielen Schuesseln Aioli wird alles dann zur Harmonie.

 

Wir sind natuerlich auch dabei, doch diesmal ess' ich nicht fuer zwei.

Im vorigen Jahr wurd' ich verfuehrt, und danach ist es dann passiert.

Ich bracht' das gute Essen weg, dacht nicht dabei an Winterspeck,

oh nein, hat mich halt ueberfressen, konnt' die Folgen nicht ermessen.

Mein Verstand, der war im Keller, ich nahm zu viel von meinem Teller.

Im Alter ist man auch nicht klug, doch diesmal ass ich grad genug.

Es hat ganz koestlich mir geschmeckt, ich hab' das Maeulchen mir geleckt.

Nach allem, wie ein jeder weiss, kommt Kaese dann und auch noch Eis.

Am Schluss trinkt man petit café, man platzt jetzt bald, oh je, oh je.

Danach wird noch sehr viel geschwaetzt, man ist doch garnicht abgehetzt.

Als Pensionaer hat man doch Zeit, bis man dann geht zur Ewigkeit.

 

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 09.02.2012. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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