Marion Bovenkerk

Geisterstunde - oder aus der Traum

 

Nachts um zwölf zur Geisterstunde

treffen sich in kleiner Runde

Fürst Igor und Sir Riginald,

mit Lady Anne und Harrybald.

 

In den Ecken Ketten klirren,

Fledermäuse lautlos schwirren

ganz sachte durch das Geisterhaus,

- sanft gleitend in die Nacht hinaus.

 

Spinnen, schwarz, glänzend, dick und fett,

zart kuscheln sie im Spinnenbett,

so man sich auch gut vermehre,

zur Gesellschaft uns´er Viere.

 

Laut klopft es plötzlich an die Tür' ,

schauen erstaunt sich an die Vier

und fragen sich doch sehr empört,

wer ihr Beisammensein wohl stört.

 

- Aaahhrr, Spinnenweben dicht an dicht,

streicheln so zärtlich sein Gesicht,

als Harrybald zur Haustür´ schwebt,

vor der, der Ruhestörer steht.

 

Dumpf knarrend öffnet sich das Tor.

Ein kleiner Blondschopf steht davor.

Keck, Augenaufschlag – wirklich süß,

schaut forsch ihn an der kleine Nils.

 

Hey, ruft er was machst Du denn hier?

Das Haus gehört ab jetzt doch mir!

Hab´ meinen Papi mit gebracht,

damit der richtig sauber macht!

 

Was passiert kannst du dir denken,

er wird keine Zeit verschwenden

und putzen, wienern bis es blinkt,

damit der Bau bald Kohle bringt.

 

Touristen, reich, verwöhnt und schön,

sollen diesen Prachtbau sehen,

der Garten, jetzt noch wüst und wild,

wird kultiviert – elysisch Bild.

 

Was? Zapperlott, das kann nicht sein!

Was fällt dem frechen Knirps da ein?

Keine Nacht, kann der hier bleiben,

werden ihn ganz schnell vertreiben!

 

Und seinem Papa, diesem Mann,

zieh´n wir den Hosenboden stramm!

Uaaaahh, ihr werdet es schon sehn,

d e r  kann am Ende nicht mehr stehn!

 

Wenn wir mit  d e n e n  fertig sind,

traut sich hierher, nicht Mann noch Kind.

- Wo bleiben meine Freunde nur?

Oh, man verdammt - es schägt ein Uhr.

 

© Marion Bovenkerk

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