Detlef Maischak

Altlandsberg


Altlandsberg 5 (Weihnacht)

Leise rieselt Schnee
Und stille deckt er zu
Altlandsberg, das ich seh
So zauberhaft, in edler Ruh
Ja, wundersam scheint diese Nacht
Erwartungsfroh gar jeder Blick
Mit aller Liebe hergebracht
So führt sie uns ganz leis ins Glück

Nun freuet euch der heilig Nacht
In Ruhe liegt der Schnee
Die Ruhe selber in uns wacht
Und schützt vor Sorg und Weh
Stille Nacht
Himmlische Ruh
Wo ein Märchen erwacht
Kommen Wunder hinzu

Denn so friedvoll im Stadtwald
Fallen leise die Flocken
Und ein Christkind kommt bald
Schon verkünden es die Glocken
Nun brennen die Lichter
Sind für das Christkind bereit
Nur frohe Gesichter
Zur besten Zeit

Geheimnisvoll lebt auf die Nacht
Und in ihr fremde Düfte
Am Firmament ein Stern uns lacht
Grüsst leuchtend durch die Lüfte
Schnee liegt auf den Dächern weich
Hat  Altlandsberg reich geschmückt
Denn Flocken aus dem Wolkenreich
Fallen immer noch ins stille Glück

Daheim steht gross der Lichterbaum
Im Klange schöner Lieder
Ist es Warheit oder Traum
Weihnachten kehrt immer wieder
Und wenn Ruprecht kommt daher
Will mit Gaben er frohlocken
Stille Nacht um Landsberg her
Heilig Nacht mit Stadtkirchglocken

Doch der Stern fiel nieder
Wie die heilige Nacht
Verklungen die Lieder
Der Tag ist erwacht
Geschenke unterm Baum
Wie froh doch alle sind
Wünsche sind nicht nur ein Traum
Glücklich nun ist jedes Kind

So stampft durch neuen Pulverschnee
Und lasst auch Sonne in die Herzen
Vergesst doch heute jedes Weh
Zukunft wird genug noch schmerzen
Und grösster Wunsch nun bleib
Dieses Fest sollt nie vergehen
Doch die Zeit es dann vertreibt
Um mit der Zeit es neu zu sehen

20.09.2002


Altlandsberg 4 (Ostern)

So folgt mir
Durch dieses Tor
Ich bin schon hier
Ihr steht davor
So folgt dem Winde
Durch Grün und Strauch
Dort an der Linde
Dort bin ich auch

Zerreisst den grauen Schleier
Werft ab den schlechten Rest
Erscheint zur bunten Feier
Erwacht zum Osterfest
So seid ihr auferstanden
O Vogelsingen und Blumendüfte
Vor dem Tore noch gefangen
Schwingt ihr euch in die Lüfte

Ach selige Zeit
Um selig zu werden
Hier ist es nicht weit
Um Glück zu begehren
Denn seht die grünen Weiden
Und seht die Blütenpracht
Auferstanden diese Beiden
Auch auferstanden stehen wir am Stienitzbach

Ein buntes Treiben
In bunter Natur
Vergessen die Leiden
In frostiger Flur
Jedes Jahr an gleicher Stelle
Jedes Jahr wie neu geboren
Wie die nahe Quelle
Die ihr letztes Eis verloren

Es kribbelt im Bauch
Und im Herzen ein Spiegel
Gebt frei euch dem Brauch
Auf Jabels Wiesen und Hügel
Denn Geister sind frei
In Hoffnung erwacht
Altlandsberg, in dir nur Freude sei
Und an Freude gedacht

So toll im Lichte
Wir uns bewegen
Und das sie jede Seele richte
Osterfreude, höchster Segen
Und von der Stadtkirche hell erklingt
Ein Glockenspiel zum Osterfest
Ihr Menschen feiert und singt
Weil es sich hier leben lässt

05.02.2003


Altlandsberg 3 (Wanderung)

Über Landsberg sich erhoben
Gar müde noch sein Blick
Die Nacht von sich geschoben
Nun gibt es kein zurück
Denn in Klarheit aufgegangen
In Wärme nun ganz wach
Von der Sonne hier gefangen
So fliesst sein Bild im Mühlenbach

Flimmernd die Luft
Über Jabels Wiesen
Würziger Duft
Von Stadtforstriesen
Denn sind freudig und geborgen
Wir im Wall von Farben und Düfte
Ganz leicht nun all die Sorgen
Schweben dahin durch Sommerlüfte

So führt mein Weg durchs Ährenfeld
Denn Heimat, will dich ganz nun sehen
Mein Kirchturm sticht ins Himmelszelt
So wird Altlandsberg zu mir stehen
Schon nah der Bötzsee
Und nah das Glück
Wenn ich erst geh
Gibts kein zurück

Ganz matt und am Ende
Doch es sprudelt und zischt
Schon im Fallen die Wende
Der See erfrischt
Denn auf Kiesel lieg ich munter
So kommt und lasst mich sehen
Die erste Welle drückt mich runter
Die Zweite lässt mich auferstehen

Und so will ich hier verweilen
Und so sinke ich danieder
Meine Seele nun zu heilen
Schon morgen komm ich wieder
Altlandsberg lockt, mein alt Gestein
Mit Glockenklang und Marktgeschrei
Das Armenhaus mit Fleisch und Wein
Und bin ich satt, so lasst mich frei

12.07.2002

Altlandsberg 1 ( Ein Lied für Altlandsberg)

Von Heimweh getragen
Nie den Rücken dir kehren
Ach Heimat, dir zu sagen
Nie eine Zweite zu begehren
Hab doch ewig nur geschworen
Dir zu dienen, so ganz ergeben
Denn einst in dir geboren
Will ich immer in dir leben
In dir wo einst der Friedrich war
In dir wo alte Kirchen stehen
In dir wo alter Wall mit Turmespaar
In dir will lustvoll ich nun gehen

Denn aus dichtem Walde schweben
Und aus klaren Seen erheben
Sich über alt Gestein
Landsberger Grüsse, in die Heid hinein
Nur hier zu sein, der grösste Wille
Hier lebt das Glück in aller Stille
Und Altlandsberg, dein Herz nie weit
Schlägt ganz froh in märkischer Heid

So wandle ich hier
In einer prächtigen Welt
Und schwärme mir
Wie sie doch gefällt
Denn alt Gestein
Erheitert die Sinne
Und dieser Wall,so mächtig und fein
Ins Glück er mich bringe
Nun seh ich zwei Türme
Auch Kirchen und Plätze
Weite Wiesen ich stürme
Und erst am Fliess mich froh setze

Nun grüssend in der Nähe
Ach Waldesgrün bei mir
Und wenn ich es erspähe
So wächst in mir die Gier
An dem Fliesse zu verweilen
Mit dem Walde sich verbinden
Wo Mühlen die letzten Wunden heilen
Will selber ich mich wiederfinden
Altlandsberg, stiller kleiner Ort
Umarme mich ganz fest
Und lasse mich erst fort
Wenn du mich gehen lässt

Und dort aus dem Fluge hinein
Zum Storchenturm, ein wahres Fest
Auf altem Gestein
Ins hohe Nest
Und recken nun oben
Ganz stolz die Gefieder
Wir bitten und loben
Kommt nächstes Jahr wieder
Genüsslich die Zeit
So froh ohne Leid
Nur im Herbst ziehen sie weit
Doch unser Turm der bleibt

Ach Wünsche endlich Zeit
In Erfüllung aufzugehen
Vergessen, Not und Leid
Hier nun freudvoll alles sehen
Schon gehen sie dort am Bache
Um am Berg sich zu erheben
Und sehen von diesem Dache
Altlandsberg, neues Leben
Bewahret so Famieliengeist
Im guten Orte leben
Und so gehen sie still und leis
Um sich nochmals zu erheben

15.11.2001


Altlandsberg 2 (Altlandsberg, alte Zeit)

Mit Wehmut ach, du alte Zeit
Bist nicht vergessen, doch zu weit
So manches Mal, da wünscht auch ihr
Ach wär sie kurz noch einmal hier
Doch wer Verstand und Geist besitzt
Weiss, das kein Zauber,  keine List
Jemals wird solch Wünsche füllen
Die leer Verstand und Geist umhüllen

Doch geht ihrs an in Harmonie
Mit Wissen, Takt und Phantasie
So öffnen eurem Wunsch sich Türen
Die nun Verstand und Geist entführen
Ganz neu wird diese alte Welt
Die so nun in die unsre fällt
Altlandsberg, wie es einmal war
Kehrt uns zurück dann Jahr für Jahr

Von Sümpfen rings umwoben
Von Fliessen reich getränkt
Hat es auf Hügeln sich erhoben
In Waldes Einsamkeit versenkt
Liessen Slawen sich erst nieder
Stand Dorf Jabel erstmals dort
Stämme gingen, kamen wieder
Und eine Burg gebahr der Ort

Denn deutsche Siedler sind gekommen
Vereint mit Slawen hier zu leben
Den Flecken an der Burg genommen
Galts einen Namen ihm zu geben
Landsberg, nun ist es geboren
Landsberg, du neue Zeit
Die alten Ängste sind verloren
In friedlicher Gemeinsamkeit

Aus Stein, die Kirche ward gebaut
Und eine Mauer mit drei Toren
Zwei Türme bleiben uns vertraut
Sind bis heut noch nicht verloren
Klosterbau und Ritterstand
Jahrhunderte ein hin und her
Oft aufgebaut, oft abgebrannt
In Zeiten die mal gut, mal schwer

Durch Leutinger kam Luthers Wort
Das in Vielen Hoffnung hegte
Und Frieden brachte diesem Ort
Wo der Krumm`seer Streit sich legte
Die Pest war hier, und wieder Tod
Kam in die kleine Stadt zurück
Dreissig Jahre Krieg und Not
Ohne Hoffnung, ohne Glück

Doch bald nun kam die Zeit
Die neu den Anfang brachte
Mit Otto von Schwerins Geleit
Der über alles Werden wachte
Dann später, Kutschen elegant
Liess Ackerbürger stutzig schauen
Denn König Friedrich, auf dem Land
Liess sich ein Prunkschloss hier erbauen

All das ist längst nicht mehr zu sehen
Was fleissge Bürger hier errichtet
Was in Jahrhunderten geschehen
Was Krieg und Feuerbrunst vernichtet
Was Not und Elend widerstand
Erstrahlt heut neu im alten Glanze
Denn Fleiss und Mut stets Wege fand
Den Pflug zu führen und die Lanze

Doch nun genug der langen Reise
Und genug vom alten Ort
Stimmt alle ein, auf eure Weise
Die hier geblieben, die weit fort
Die neu gekommen, die kurz nur hier
All die uns hier begleiten wollen
Gemeinsam feiern werden wir
Und Landsberg Jahren Ehre zollen

2003

Diesen Beitrag empfehlen:

Mit eigenem Mail-Programm empfehlen

 

Die Rechte und die Verantwortlichkeit für diesen Beitrag liegen beim Autor (Detlef Maischak).
Der Beitrag wurde von Detlef Maischak auf e-Stories.de eingesendet.
Die Betreiber von e-Stories.de übernehmen keine Haftung für den Beitrag oder vom Autoren verlinkte Inhalte.
Veröffentlicht auf e-Stories.de am 06.03.2012. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

Der Autor:

Bücher unserer Autoren:

cover

Wir Kinder aus dem JWH von Annett Reinboth



Mein Buch "Wir Kinder aus dem JWH", erzählt von meinen ersten 18 Lebensjahren. Ich bin in der ehemaligen DDR aufgewachsen. Mein Elternhaus war ein kaputtes und krankes dazu.
Es war nur eine Frage der Zeit bis ich in einen JWH eingewiesen wurde. Viele glaubten damals das so ein Jugendwerkhof für Verbrecher sei. In meinem Buch geht es nicht darum, das ich nach dem Mitleid der Menschen schreie. Ich stelle nur in Frage, ob das was man uns damals angetan hat noch in einem gesunden Maße gerechtfertigt werden kann...

Möchtest Du Dein eigenes Buch hier vorstellen?
Weitere Infos!

Leserkommentare (0)


Deine Meinung:

Deine Meinung ist uns und den Autoren wichtig!
Diese sollte jedoch sachlich sein und nicht die Autoren persönlich beleidigen. Wir behalten uns das Recht vor diese Einträge zu löschen!

Dein Kommentar erscheint öffentlich auf der Homepage - Für private Kommentare sende eine Mail an den Autoren!

Navigation

Vorheriger Titel Nächster Titel

Beschwerde an die Redaktion

Autor: Änderungen kannst Du im Mitgliedsbereich vornehmen!

Mehr aus der Kategorie "Allgemein" (Gedichte)

Weitere Beiträge von Detlef Maischak

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?
Dann schau Dir doch mal diese Vorschläge an:

Stavenhagen von Detlef Maischak (Allgemein)
Ketten von Karl-Heinz Fricke (Allgemein)
Schall und Rauch von Edeltrud Wisser (Menschen)