Tim Linnemann

Die feuerrote Schönheit I - Sprung ins Ungewisse


Ich beginn tanzende Schatten an der Wand zu betrachten
Im Rausch vom Rauch des Krauts aus Pflanzenextrakten
Sitz gedankenlos paffend, auf der Lammfellmatratze
Zwischen wankenden Frachten der Handelsfregatte
ich leer den Granitbecher im Rauche der Anisblätter
zwischen bedrohlich schaukelnden Bariquefässern
und sehe Bauernweiber Frauenkleider stricken, 
Daneben Bauarbeiter daumenbreite Stücke 
Braunbärfleisch verdrücken, während in hinteren 
Ecken raufbereite Gauner und Außenseiter sitzen
daneben Wandergesellen, von Krieg und Lanzenduellen
Gezeichnete Söldner die vom Kampfe erzählen
Ein tanzender Schelm weiß mit Komik und Gedichten
Von unzotigen Geschichten, am Hofe zu berichten 
Oder bei Gitarrenspiel, vom jüngsten Ritterturnier
Ein anderer Mitpassagier ist königlicher Kurier
am Fuß der Eichenholztreppe, seh ich Weiber
Zwischen Weizenkornsäcken, beim Weidenkorbflechten
dann, leicht hervorstechend, ein schwarzes Gewand
in dem deutliche Rundungen in Geigenform stecken
Das Gesicht versunken im Schutze, der dunklen Kapuze 
Dennoch erkennbar weibliche Formen unter der Kutte
ein ärmlicher Umhang, der zahllose Wollflusen zeigt
Ist unzulänglich im Verbergen ihrer Vollbusigkeit
Von einer erotischen Aura umgeben
ist es ein Genuss, diese exotische Frau anzusehen
Ich erblick eine einzelne feuerrote Haarlocke
Sie spürt meinen Blick, da läutet die Alarmglocke
Und die Hölle bricht los, ein reißender Knall,
beißender Qualm, Geschrei überall,
ein weiterer Knall, ein Krachen und Bersten
ein Klammern und Sterben, wachsende Schmerzen 
brennende Holzplanken, züngelnde Flammen 
versengen den Rollkragen, meines schwelenden Wollmantels
durch ein sieben Mann hohes, Loch seh ich
mit Riesenkanonen bestückte Kriegsgaleonen
dann wird sie mir verschleiert durch Pulverdampf gewahr
und ich sehe ihr knallrotes schulterlanges Haar
sie zappelt im Wasser mitten im kochenden Blutbad
ich fluche und spring durch das Loch in der Bugwand

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