Irene Beddies

Der Mumpor




Der Mumpor
 
Als wir noch klein, meine Schwester und ich,
suchte abends uns heim - ganz fürchterlich -
der Mumpor.
 
Im Spiel erfanden wir einst seinen Namen,
als wir im Bett nicht zur Ruhe kamen,
wir tauften ihn Mumpor.
 
Wir lachten und kicherten ohn‘ Unterlass,
hatten mit seinem Namen viel Spaß,
wie komisch: Mumpor!
 
Wir stellten uns vor, was er von uns wollte,
warum er im Dämmern den Besuch uns zollte,
witzig, der Mumpor.
 
Plötzlich erschien an der dunklen Wand -
uns stockte der Atem –eine große Hand:
ist’s die vom Mumpor?
 
„Hilfe! Da  bewegt sich was an der Gardine!“
„Er schaut auf uns mit grimmiger Miene!“
„Hilfe, der Mumpor!“
 
Hat es nicht eben hinter dem Bett geknistert
und auf dem Kleiderschrank leise gewispert?
„Das ist der Mumpor!“
 
Wir schrien laut nach Mutter und Vater.
Sie schimpften: „Macht nicht solch ein Theater!
Was für ein Mumpor?“
 
Sie beruhigten uns, sie machten Licht.
Zu finden war ein heimlicher Geist aber nicht,
kein schrecklicher Mumpor.
 
Doch als sie gegangen, - es war wieder dunkel –
fing‘n wir von Neuem an mit dem Gemunkel
über den Mumpor.
 
Jeden Abend kam er fortan, erschreckte uns sehr,
nur die Eltern durften wir rufen nicht mehr.
„He Mumpor!“,
 
schrien wir, „wir sind wach! Lass uns in Ruh!“
Doch  bald schon fielen  die Augen uns zu –
trotz Mumpor.
 

(c) I. Beddies

 

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