VERGIFTETES BLUT

Nicht zu sagen welches Wort zuerst ins Blut geflossen.
Wer zuerst das Gift in den Kreislauf hat gegossen.
Reines Blut gab es in Fülle.
Doch wer öffnete die Hülle?
Und kippte hinein die schmutzige Gülle?

Unerträglich dieser Drang,
Machtbesessen das macht bang.
Einer hat das letzte Wort.
Sann es aus am stillen Ort.

Starke, gesunde Reiche,
stets das Gleiche.
Schwache, arme Kranke,
getrieben an die Schlachterbanke.

Holt die Akte aus dem Schranke.
Platt, Gelöscht, spricht die Verwaltung.
Eigene Existenzangst, Selbsterhaltung.
Und so hat man wieder was getan.
Was? Gericht? Ich war es nicht.
Hab doch nichts getan.
Tat nur immer meine Pflicht.

Seht, der arme Mensch ist krank.
Was nützt die Rente auf der Bank.
Der ein Leben lang, mit Vorschrift jagte.
Nun ist er selber der Geplagte.

Aachen, 2003-10-01


© 2003 Manfred H. FREUDE


****************************** Autoreninfo ***************************
Manfred Hubert Freude geb. am 02.04.1948
in Aachen (NRW)
Kunst-, Musik- und Lyrik,
(auch in Mundart Aachener Platt)
Zeitkritiker, Stadtpoet
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 27.12.2003. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Gedichte Edition. Manfred H. Freude, geboren in Aachen, lebt und arbeitet in Aachen. Erste Gedichte 1968. Er debütierte 2005 mit seinem Gedichtband: Alles Gedichte – Keine Genichte. Weitere Gedichte und Essays in verschiedenen Anthologien, Zeitschriften; Prosa und Lyrik im Rundfunk und in weiteren sechs Gedichtbänden. 2007 wurde eines seiner Dramen mit dem Titel: Im Spiegel der Ideale aufgeführt; 2008 sein Vorspiel zum Theaterstück: Faust-Arbeitswelten. Sein letzter Gedichtband heißt: Vom Hörensagen und Draufsätzen. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Anerkennungen. Er studiert an der RWTH Aachen Literatur, Kunst und Philosophie.

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