Wally Schmidt

La Durance

                         LA DURANCE

 

Du warst so wild vor vielen Jahren, so tief, so breit und voller Kraft

doch leider musstest du erfahren, was Menschengeist so alles schafft.

Gebaendigt hat man deine Fluten, man hat dich schmal und flach gemacht.

Sie sagten es sei nur zum Guten, das hatte man sich nur gedacht.

Man zapfte dir dein Wasser ab fuer gute Zwecke, das ist wahr,

mit Beton und Steinen nicht zu knapp, den Kanal gebaut, wie wunderbar.

Fuer viele war das vorteilhaft, sie hatten Glueck und freuten sich .

Doch du, du hattest Wut und sprachst : „ So jetzt raech ich mich.

Wenn ich nicht mehr wild sein darf, dann werd ich eben schoen.

Doch werdet ihr so dann und wann meine starken Kraefte sehn.

Ich dehn mich aus in meinem Bett und werde gross und stark.

Dann findet ihr mich nicht mehr nett, die Angst dringt euch ins Mark.

Ich geniesse das fuer kurze Zeit, dann werd ich wieder brav,

zieh mich zurueck, mein Weg ist weit, und ihr habt guten Schlaf.“

So redest du, wir sind zufrieden, wir nehmen dich so wie du bist.

Natur und Mensch sind so verschieden, doch leider man das oft vergisst.

Ich hab dich in mein Herz geschlossen, kann taeglich mich an dir erfreun,

bin manchmal fast in dich verschossen, besonders nachts beim Mondenschein.

Du glaenzt wie Silber hell und klar. Das zieht mich immer wieder an.

Dein Rauschen, es klingt wunderbar, was so ein schoener Fluss doch kann.

In Ewigkeiten ziehst du weiter, siehst Felder, Doerfer Staedte,

mal bist du schmal, mal bist du breiter, fuehlst dich wohl in deinem Bette.

Meist bist du sauber, manchmal trueb, doch eins das ist ganz klar.

So wie du bist, hab ich dich lieb. Ist das nicht wunderbar ?

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 01.04.2012. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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