Renate Harig

An Dich, liebe Mutter

Vergissmeinnicht, blaue Blütensterne,
halte ich in meiner Hand.
Vergissmeinnicht, wie hab’ ich sie so gerne
für Dich gepflückt, Mutter, am Waldesrand.
Lang ist es her und doch fühl’ ich noch heute
Deine Freude über diesen Strauß -
Meine Kinder, heut’ auch große Leute,
brachten Vergissmeinnicht mir einst ins Haus.
 
Am frühen Morgen schon, ganz leise,
wie oft hab’ ich daran gedacht -
wurde mit Eifer, auf kindliche Weise,
der Frühstückstisch zurecht gemacht.
Ihn schmückten blaue Blütensterne
und rote Herzen aus Papier:
„Mutti, wir haben Dich so gerne
und immer bleiben wir bei Dir!“
Kinderworte - ernstgemeint -
wie sie doch den meinen gleichen,
die ich einst schrieb und es scheint,

kein Geschenk kann je die Freud’ erreichen!
  
Ich war gerührt und überm lesen
fiel mir meine Kindheit ein -
War ich auch lang zu Haus gewesen,
ich ließ Dich eines Tag’s allein.
Auch ich, liebe Mutter, hab’ erfahren,
dass Kinder eig’ne Wege geh’n -
Ein Kreislauf ist’s und erst nach Jahren
lernt man so vieles zu versteh’n!
 
Am Tag der Mutter und immer wieder
holt die Erinnerung uns ein -
Es sind nicht Geschenke und nicht Lieder,
die ein Mutterherz so sehr erfreu’n.
Kinderaugen sind’s, die strahlen
voll Ehrlichkeit und frohem Sinn.
Mit Geld der Welt nicht zu bezahlen:
Bin dankbar, dass ich auch Mutter bin!
 
Vergissmeinnicht, blaue Blütensterne
hab’ ich gepflückt am Waldesrand
für Dich Mutter, bist Du auch ferne -
im Gedanken leg’ ich sie in Deine Hand.

(c) Renate Harig 1986


Dieses, und viele andere Gedichte habe ich meiner Mutti gewidmet, über die sie sich immer sehr gefreut hat! Ich habe ihr auch ein eigenes Buch binden lassen, in dem NUR die Gedichte für SIE gedruckt sind.
Leider konnte sie es nicht mehr ausgiebig lesen, denn sie hatte im Jahr 2001 eine schwere Herz-OP über sich ergehen lassen müssen, von der sie sich nicht mehr so richtig erholt hat (sie ging 2003 von uns).
An diesem Gedicht konnte sie sich aber noch SEHR erfreuen!


 
 
  
 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 04.05.2012. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Das kleine Mädchen Brigitte wächst wohlbehütet in einer Großfamilie im katholischen Oberschlesien auf. 1938 siedeln die Eltern mit Brigitte nach Kiel um. Dort wird Ihre Schwester Eva-Maria geboren. 1939 beginnt der Krieg und Kiel wird besonders gebeutelt. Entsetzliche Jahre für das kleine Mädchen. Tag und Nacht Bombenangriffe. Hungersnot und immer die Angst um den Vater. Das Mädchen ist seelisch in einem so schlechtem Zustand, dass die Eltern Brigitte nach Oberschlesien zur Schwester der Mutter schicken. Dort wird sie eingeschult und geht auch in Schomberg zur ersten heiligen Kommunion. In den nächsten Jahren pendelt sie hin und her. Kinderlandverschickung nach Bayern, Kriegserlebnisse in Kiel, danach wieder zurück nach Oberschlesien zur Erholung. Dort aber hat sie große Sehnsucht nach ihrer Schwester und den Eltern und fährt deshalb Weihnachten 1944 nach Kiel zurück. Das ist ihr Glück, denn im Januar 1945 marschieren die Russen in Beuthen ein.
Die Nachkriegsjahre und der Aufbau der jungen Bundesrepublik prägen Brigitte. Sie lernt einen Flüchtling aus Pommern kennen und lieben. Sie heiratet ihn nach vielen Hindernissen 1954. Ein Jahr später ziehen sie nach Stuttgart. Dort endet das Buch.

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