Wolf-Rüdiger Guthmann

Der Streit

Neulich legte sich Charlyn
auf die Obstbaumwiese hin.
Sie schaute in das Himmelsblau
und roch den Sommer ganz genau.
Libellen schwirrten, Bienen summten,
Vögel pfiffen, Käfer brummten.
Hoch oben schimmerten die Schönen,
rote Kirschen in allen Tönen.
Charlyn liess die Gedanken schleichen,
wie sie die Kirschen könnt erreichen.
Sollte sie die lange Leiter ziehen
oder sich am Stamm hoch mühen?
Dabei hörte sie, das tat ihr leid,
ungewollt den Obstbaumstreit.
Der Kirschbaum pries, dass seine Früchte reiften,
während andere auf s Wachstum sich versteiften.
Der Birnbaum gab als erster einen Bericht,
er verwies auf seiner Früchte Gewicht.
Der Apfelbaum konnte dafür vorbringen,
dass seine Früchte länger hingen.
Der Nußbaum mischte sich unberechtigt ein,
eine harte Schale von beiden Seiten  müsste es sein.
Der Streit endete schneller als gedacht,
denn plötzlich wurde es dunkle Nacht.
Ein Starenschwarm kam angeschossen
und hat die Kirschen sehr genossen.
Die Guten kamen in s Kröpfchen,
die Schlechten auf Charlyns Köpfchen.
Als diese aufsprang vor Schreck,
waren Vögel und Kirschen weg.

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Seinen wohlverdienten Urlaub hat sich Kommissar Heinz Kelchbrunner anders vorgestellt: Erst stößt er beim Graben in seinem Garten auf menschliche Gebeine, dann beschäftigt ihn ein weitaus aktuellerer Todesfall in seiner freien Zeit: Anna Einarsdóttír wird beim Spaziergang von einem Ast erschlagen – und das ist, wie sich herausstellt, nicht dem stürmischen Wetter geschuldet. Kelchbrunner und seine Kollegin Katharina Juvanic nehmen die Ermittlungen auf. Die Spur führt schließlich nach Island, die Heimat der Toten, und zum geplanten Bau eines Staudammes, der eine wertvolle Naturfläche akut gefährdet. Dass Kelchbrunner von oberster Stelle dorthin beordert wird, um weitere Nachforschungen anzustellen, kommt dem umweltbewussten Kommissar gerade recht. Vielleicht gelingt es ihm, nicht nur Licht ins Dunkel zu bringen, sondern gleichzeitig seine eigenen Schlafstörungen und einen schmerzhaften Verlust zu überwinden. Kaum in Island angekommen, muss er sich jedoch gleich mit störrischen Behörden und verstockten bis feindseligen Einheimischen auseinandersetzen. Es scheint, als sei niemandem hier an der Auflösung des Falles gelegen …

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