Wolf-Rüdiger Guthmann

Das Vogelgrippenende

Dem Bundestag, der alles weiß,
ist es im Sommer viel zu heiß.
Deshalb wird er für Herren, Damen und Genossen
als lange Sommerpause geschlossen.
Doch vorher, ihr werdet lachen,
muss man uns erst Angst noch machen.
Mal ist es alter Tierfleischrest,
manchmal auch die Schweinepest.
Ein Jahr war s der Wahn in einer Rinderrippe,
das nächste mal die Vogelgrippe.
Angeblich würden uns die Vögel hassen
und nur Gift vom Himmel fallen lassen.
Jeden hat die Angst geleitet
und er hat sich drauf vorbereitet.
Hühner, die sonst den Hof zerscharren,
sollten nun ständig im Stall verharren.
Da wurde vergittert, vernagelt und abgedeckt,
das Geflügel hat das sehr erschreckt.
Ein Jahrhundertherbst war gerade im Kommen
und ihnen ward die Freiheit genommen.
Doch Nachbars bester und bunter Hahn
war ein kluger Goldfasan.
Bevor sein Gatter ward geschlossen
ist er durch den Spalt geschossen,
drehte pfeifend seine Runden
und war erst einmal verschwunden.
Als seine Hennen das Schlaflied sangen,
kam er hören, aber ließ sich nicht fangen.
Er pfiff den Hennen noch „Gute Nacht!“
und hat sich schnell vom Hof gemacht.
Der Nachbar suchte hinter Hecken,
unterm Rhabarber und zwischen Quecken.
In allen Schuppen, allen Ecken,
wo er sich könnte sonst verstecken.
Doch von des Fasans Gefieder
sah er niemals etwas wieder.
Entweder holte der Fuchs ihn bei der Tanne
oder er schmort in Nachbars Pfanne. 

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