Hans Witteborg

Ein neuer Mensch....oder alles ersetzen?


Wenn ich in den Spiegel seh´,
tut ´s mir in der Seele weh.
Die einst grosse Lockenpracht
hat der Kopfhaut Platz gemacht.
Bevor ich Tränen nun verdrücke
kauf ich mir einfach ´ne Perücke.
Meine Zähne sind nicht mehr,
ein Gebiss muss folglich her.
Find ich endlich meine Brille
nehm´ ich noch die Blutdruckpille.
Auch gut hören kann ich schlecht
da kommt ein Hörgerät grad recht.
Das Leben macht nicht wirklich Spaß
mit Herzschrittmacher und By-Paß.
Derweil ich auf mein Abbild stiere,
schmerzt fürchterlich die neue Niere
und auch die Blase von dem Schwein
bereitet mir so manche Pein.
Gar schwierig komm ich in die Hose,
vielleicht liegt das an der Arthrose,
doch möglich wäre auch die Gicht?
Ach mein Gedächtnis - weiss es nicht!
Wenn ich mich jetzt auch noch verrenk,
liegt das am neuen Hüftgelenk.
Der Schmerz ist heftig wie noch nie,
verbreitet sich ins neue Knie.
Ach, Schmerz, lass nach- nur nicht verweile,
warum sonst alle Ersatzteile?
Und dennoch komm ich zu dem Schluss,
dass ich noch mehr erneuern muss,
wobei ich fühle irgendwann
ist dann wohl auch der Kopf mal dran,
denn wenn man so was niederschreibt
wohl nichts anderes mehr übrig bleibt!



* ich bitte darum das Vorgesagte nicht autobiographisch  zu nehmen!!

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 14.10.2012. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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Vom Ufer aus von Hans Witteborg



Die Gedichte begleiten durch die vier Jahreszeiten und erzählen wie die Natur erwacht, blüht und welkt, wissen von reicher Ernte zu berichten. Der Spätsommer im Park, winterliche Gefilde oder Mailandschaften scheinen auf. Der Autor verwendet meist gereimte Zeilen, zeigt sich als Suchender, der neues Terrain entdecken möchte. Der Band spricht von den Zeiten der Liebe, zeigt enttäuschte Hoffnungen und die Spur der Einsamkeit. Wut und Trauer werden nicht ausgespart. Es dreht sich das Kaleidoskop der Emotionen. Der kritische Blick auf die Gesellschaft und sich selbst kommt zum Zuge. Kassandras Rufe sind zu hören. Zu guter Letzt würzt ein Kapitel Humor und Satire. So nimmt der Autor seine Zettelwirtschaft aufs Korn, ein hoffnungsloser Fall.

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