Ulla Meyer-Gohr

FRIEDOLIN in KARPFENBLAU






                                               Tief im Teich,
                                 hinter dem schützenden Deich,
                                        zur Weihnachtsstund',
                           schwimmt Friedolin friedlich seine Rund'.
                        Wie jedes Jahr war er den Fängen entkommen
                                 und ist noch ganz benommen,
                                               VOR GLÜCK !
                              Jetzt zieht er sich siegreich zurück,
                                in sein gemütliches Wurzelbett.
                                 Mit Trauer denkt er an Odette,
                                  das hübsche Karpfenfräulein.
                             Was hatte sie nur für schöne Äuglein !
                                    Auch sie wurde gefangen !
                                  Es half kein Weh und Bangen.
                                   Geopfert wie auf dem Altar,
                            liegt sie als Festschmaus sicherlich da.

                                So schwimmt Friedolin jedes Jahr.
                                              OHNE  TRARA !
                                  Am Teichesgrund seine Rund',
                                         gewitzt und schlau,
                             und endete niemals in Karpfenblau !

                             Er sollte sogar Berühmheit erlangen !
                                  Wurde alt und nie gefangen.
                   Die Menschen riefen ihn schließlich beim Namen,
                                wenn sie in seine Nähe kamen.
                   Nach langem Rufen konnten sie Erfolg verbuchen.
                               Friedolin kam angeschwommen,
          hat in sein vermoostes Maul das mitgebrachte Brot genommen.

                                  Oh Friedolin,   oh Friedolin !
                    Wie lange willst du noch deine Kreise ziehn' ?
 
 

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