Ulla Meyer-Gohr

RETTUNG eines ENGELS

 




 Ein Englein, aus Stein,
saß, als Zierde,
auf einem Brunnenrand. -
Und gierte
wie gebannt
nach einem freien Engelland.
Was soll auf Erden
in Zufunft, aus mir, noch einmal werden ?


Sich lösen wollen half ihm nicht.
Die Realität dagegen spricht.
Den Ort verlassen
konnt er nicht. -
Denn die Steinmassen,
Brunnen verbunden mit seiner Figur,
verhinderten nur.
" Ach, " seufzte da das Englein,
" wie gern würd' ich im Himmel sein !"


Die heilige Nacht brach an.
Der Himmel ward ihm aufgetan.
Dem Englein war es wundersam
und spürte einen neuen Elan,
der über ihn kam.
Riß sich endlich los,
von dem schweren Steinkloß,
auf dem er gesessen,
der sehr eng war bemessen
für einen bequemen Sitz.
Plötzlich durchfuhr ihn ein heiliger Blitz !


Schwerelos empor getragen
zog ihn die fremde Kraft zu einem Himmelswagen.
Mit vier Rentieren sauber und adrett.
Knecht Ruprecht lachte kokett.
Dabei hob er die Hand zum Gruß.
" Kleiner Engel was machst du bloß ?
Komm wir  geben jetzt richtig Gas !
Das macht Spass !
Wir müssen daran denken
die Menschen auf Erden zu beschenken.
Das werden wir jedes Jahr durchzieh'n.
Glaub mir, wir werden noch ein wunderbares Team !
Der Himmel drückte ein Auge zu.
Und du - hast endlich deine Ruh' !


 

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