Heidi Schmitt-Lermann

WEIHNACHTEN EINMAL ANDERS

         







 






Reiche Menschen zeigen gerne,
was sie an Habe viel besitzen.
Das manche neiden aus der Ferne
und andre lässt die Habgier schwitzen.
 
Zu Weihnachten wird dann gekauft
Perlen, Boote, Ländereien,
dass der Neid nur noch so schnauft
und Eifersuchten neu gedeihen.
 
Was hat er nun von seiner Pracht?
Im gold’nen Käfig sitzt er nun.
Das Ding zu mehren hält er Acht
und niemals kann er darauf ruh’n.
 
Er schreibt, er redet, hetzt und jagt,
als hätt‘ er ewige Lebenszeit.
Damit er andere überragt.
Wisst Ihr was? Er tut mir leid.
 
Arm ist das Leben auch nicht schön.
Im Alter wird man d’runter leiden.
Doch habt Ihr den hellen Blick geseh’n?
Die beiden Alten mögen sich leiden.
 
Das schönste Fest für beide ist,
die draußen nur ihr Leben fristen.
Das warme Süppchen, man freudig ißt
und sitzt auf Pappendeckelkisten.
 
Sie haben sich – und sehr viel Zeit.
Auch wenn es ist ein hartes Leben.
Sie brauchen hier kein Cocktailkleid,
um wahre Weihnachtsfreud‘ zu geben 

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